Koizumi lehnt Abzug ab
Sarkawi-Gruppe droht mit Tod eines Japaners

Die Terrorgruppe des Jordaniers Abu Mussab al Sarkawi hat in einem am Dienstagabend auf einer islamistischen Internetseite veröffentlichten Video mit der Ermordung eines im Irak entführten Japaners gedroht.

HB TOKIO/KAIRO. Der von Terroristen im Irak entführte Japaner ist von seiner Familie inzwischen identifiziert worden. Die Familie von Shosei Koda erkannte den 24-Jährigen aus der Provinz Fukuoka in einem am Dienstagabend im Internet veröffentlichten Video. Die Terrorgruppe des Jordaniers Abu Mussab al-Sarkawi hatte den Japaner nach eigenen Angaben im Irak entführt.

Das im Internet veröffentlichte Video war mit dem Logo der Gruppe Al Kaida im Irak gekennzeichnet, die sich zur Enthauptung Bergs und Bigleys bekannt hatte. Die Gruppe trat bis vor einer Woche unter dem Namen Tauhid und Dschihad auf. Die Authentizität des Videos konnte allerdings nicht überprüft werden.

Zur gleichen Zeit stellte eine andere Extremistengruppe Bilder von elf entführten irakischen Nationalgardisten ins Internet. Die Al-Sunna-Armee erklärte, sie habe die „Milizionäre der Besatzungsarmee“ auf der Schnellstraße zwischen Bagdad und Hilla in einen Hinterhalt gelockt. Die Gruppe nannte die Namen der Geiseln, stellte aber keine konkreten Forderungen auf. Am vergangenen Wochenende hatten die Terroristen um Al-Sarkawi 49 irakische Soldaten ermordet.

Die Sarkawi-Gruppe drohte in dem am Dienstagabend veröffentlichten Video, den Japaner zu töten, sollte die Regierung in Tokio ihre Truppen nicht binnen 48 Stunden aus dem Irak abziehen. Warum sich der 24-Jährige im Irak aufhielt, war zunächst nicht bekannt. Japans Ministerpräsident Junichiro Koizumi wies die Forderung der Geiselnehmer zurück. Er bat die irakische Regierung um Kooperation in dem Entführungsfall.

Im Frühjahr waren schon insgesamt fünf Japaner im Irak von Aufständischen entführt worden. Auch damals hatten die Geiselnehmer den Abzug der japanischen Truppen gefordert, was Tokio abgelehnt hatte. Die fünf Japaner - vier Männer und eine Frau - waren nach wenigen Tagen unversehrt freigekommen.

Der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi wies die Forderung der Geiselnehmer zurück. „Die Selbstverteidigungsstreitkräfte werden nicht aus dem Irak abziehen“, wurde Koizumi am Mittwoch von einem Regierungssprecher in Tokio zitiert.

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