Kommentar
USA und Israel drohen Iran - aber bombardieren nicht

Hinter den Spekulationen um einen Iran-Angriff stecken gezielte Drohgebärden von Israel und Amerika. Die Verbündeten wissen um die hohen Risiken eines Kriegs. Eher dürften sie schärfere Sanktionen im Blick haben.
  • 2

Alle Jahre wieder lärmen die Medien: „Krieg in Sicht.“ Gemeint ist ein Angriff Israels und/oder Amerikas auf die iranischen Anlagen zur Atomrüstung. Was ist dann neu am jüngsten Alarm?

Erstens der Bericht der Atomenergiebehörde IAEA in dieser Woche, der vorsichtig die Existenz eines Bombenprogramms bestätigt, im krassen Gegensatz zum berüchtigten Report der US-Dienste (NIE) vor genau drei Jahren. CIA und Co. hatten damals behauptet, Iran hätte den Bombenbau 2003 gestoppt. Die Uno-Behörde glaubt, dass Iran zügig an den Komponenten arbeitet, etwa an konventionellen Sprengstoffen, die die Kettenreaktion auslösen, an hochpräzisen Zündern für diese Explosion und am Sprengkopf-Design. Was man außer Uran so braucht.

Zweite Nachricht: Die israelische Luftwaffe (IAF) hat gerade über Sardinien ein Manöver mit der italienischen beendet für das Auftanken über eine große Distanz. Das Terrain, so die Einflüsterer, gleiche dem iranischen

Drittens berichtet der britische „Guardian“, die britischen Streitkräfte bereiteten sich auf einen US-geführten Angriff vor, um auf See und in der Luft zu helfen.

Viertens hat Israels Heimatschutz letzte Woche überraschend eine Alarmübung in Tel Aviv durchgezogen, die einen Raketenangriff simulierte.

Fünftens meldet ein hochgestellter US-Militar, anonym versteht sich, dass Washington „absolut besorgt“ über einen möglichen israelischen Angriff sei. Auf Englisch nennt man das „am Gitter rütteln“, auf Deutsch Säbelrasseln. Die Wirklichkeit aber ist so neu nicht. Ganz knapp lautet sie: Israel will, kann aber nicht; Amerika kann, will aber nicht.

Wenn da nicht Meldung Nummer sechs wäre, wonach die Regierung Obama laut „Newsweek“ 55 Bomben vom Typ „Bunkerbrecher“ an Israel geliefert habe. Diese Betonknacker hatte Bush 2007 noch verweigert. Mächtig genug, um 30 Meter Erde oder sechs Meter Beton zu durchschlagen, sind sie handlich genug für die taktischen Flugzeuge der IAF, die F-15 und F-16. Die letzten zehn Kilometer fliegt das Zwei-Tonnen-Ding allein, der Pilot kann der dichten Flugabwehr am Ziel entgehen.

Seite 1:

USA und Israel drohen Iran - aber bombardieren nicht

Seite 2:

Wochenlang kämpfen kann nur die Air Force, nicht aber Israel

Kommentare zu " Kommentar: USA und Israel drohen Iran - aber bombardieren nicht"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Kritisch wird es, wenn Religionsführer Chamenei befiehlt, was er bisher peinlichst vermieden hat: Her mit der Bombe, jetzt!
    ---------------------------
    Und genau darum geht es ,
    fundamentalistisch / fanatische Religionsführer , wie berechenbar sind diese ?

  • Doch schon fast amuesant wie sich zwei Atommaechte auffuehrten wenn ihr Monopol in Gefahr ist, und noch dazu hat eine Macht voellig unnoetig von Atombomben Gebrauch gemacht statt sich einem fairen Kampf zu stellen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%