„Kommunikation? Note 3 oder 3+“
Trump übt Selbstkritik – aber nur ein bisschen

Donald Trump gibt sich vor seiner Rede im US-Kongress selbstkritisch. Seine Kommunikation sei verbesserungswürdig. Doch in einem Interview geht er schnell zur Attacke über – mit Unterstellungen gegen seinen Vorgänger.
  • 3

WashingtonVor seiner ersten Rede vor den beiden Kammern des US-Kongresses hat Präsident Donald Trump erstmals Probleme bei der Kommunikation seiner Politik eingeräumt. „Vielleicht ist es mein Fehler“, sagte Trump in einem Interview des konservativen TV-Senders Fox News, das am Dienstagmorgen (Ortszeit) ausgestrahlt wurde.

Er und sein Team hätten das Vorhaben der amerikanischen Öffentlichkeit nicht gut genug erklärt, sagte er. Daher gebe er sich nur eine Drei oder eine Drei plus. Was seine Leistungen insgesamt angehe, habe er aber eine Eins verdient, „weil ich großartige Dinge getan habe“.

In seiner Selbstkritik bezog sich Trump vor allem auf die Mauerpläne an der Grenze zu Mexiko und die Pläne zur Abschiebung illegal eingereister Ausländer. Es gehe darum, Drogen- und Menschenhändlern, in einigen Fällen Mördern, den Zutritt zu den Vereinigten Staaten zu verwehren. „Wir wollen die Bösen draußen haben“, sagte Trump.

Am Dienstagabend (Ortszeit/Mittwoch, 3.00 Uhr MEZ) wollte Trump seine Regierungspolitik den Parlamentariern von Senat und Abgeordnetenhaus vorstellen.

In Washington werden Proteste gegen Trump erwartet. Die Zustimmung zu Trumps Politik – seit seinem Amtsantritt am 20. Januar im Vergleich zu früheren Präsidentschaften historisch niedrig – erreichte am Dienstag ein neues Tief. Keines der einschlägigen Umfrageinstitute sieht die Zustimmung für Trump im Volk höher als die Ablehnung. Das Institut Rasmussen, das bisher die für den Präsidenten freundlichsten Werte veröffentlicht hatte, sieht jetzt ein Patt. Andere sehen eine deutlich höhere Ablehnung als Zustimmung für Trump.

Trump kritisierte in dem Fox-Interview seinen Sprecher Sean Spicer dafür, die Mobiltelefone seiner Mitarbeiter zur Überprüfung möglicher Indiskretionen eingesammelt zu haben. „Ich hätte es anders gemacht“, sagte Trump. Er respektiere aber die Vorgehensweise Spicers, sagte der Präsident.

Er unterstellte seinem Vorgänger Barack Obama, Proteste gegen ihn anzuschüren, die sich etwa bei Gesprächsrunden republikanischer Abgeordnete in ihren Wahlkreisen entladen. „Aber so ist das halt, das ist Politik“, sagte Trump. Auch hinter Indiskretionen und bekannt gewordenen Interna aus dem Weißen Haus, die unter anderem zum Rücktritt von Sicherheitsberater Michael Flynn geführt hatten, wähnt er die politische Konkurrenz. „Wir haben noch viele Leute, die für andere Administrationen gearbeitet haben.“

Seite 1:

Trump übt Selbstkritik – aber nur ein bisschen

Seite 2:

„Wenn die Wirtschaft läuft, dann habe ich es richtig gemacht“

Kommentare zu " „Kommunikation? Note 3 oder 3+“: Trump übt Selbstkritik – aber nur ein bisschen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Kommentar von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/impressum/netiquette/

  • Kommentar von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/impressum/netiquette/

  • Kommentar von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/impressum/netiquette/

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%