Kompromisskandidat
Panama soll in den Sicherheitsrat

Nach einem zweiwöchigen erbitterten Duell um einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat haben sich Guatemala und Venezuela überraschend auf Panama als Kompromisskandidaten geeinigt.

HB NEW YORK. Guatemala und Venezuela zogen am Mittwoch ihre Bewerbungen zurück, nachdem in 47 Wahlgängen keiner von beiden die erforderliche Zweidrittelmehrheit erreicht hatte. Der schwierige Entscheidungsprozess hat ein Schlaglicht auf die politische Spaltung des Subkontinents geworfen. Während Venezuela von den linksgerichteten Regierungen unterstützt wurde, vertrat Guatemala das Lager der Staaten mit einer USA-freundlichen Außenpolitik.

Das Außenministerium von Panama zeigte sich überrascht von der Entscheidung. Panama sei „der einzige Kandidat, der zur Einheit der Region beitragen und die weitere Verlängerung der Abstimmungen in der Vollversammlung verhindern kann“. Die Regierung des mittelamerikanischen Staates werde im Sicherheitsrat alles tun, um Frieden und Gerechtigkeit in der Welt zu fördern.

Offenbar spielte auch die geographische Rolle Panamas als Schnittstelle zwischen Nord- und Südamerika bei der Entscheidung eine Rolle. „Wir erkennen diese Rolle Panamas als politischen und geographischen Treffpunkt an und sind sehr glücklich über diesen Konsens“, sagte der venezolanische Außenminister Nicolas Maduro. Für Guatemala erklärte Außenminister Gert Rosenthal, seine Regierung sei schließlich überzeugt worden, die Bewerbung zurückzuziehen, weil für die Wahl mindestens 15 Stimmen gefehlt hätten. Mit Ausnahme einer einzigen Abstimmung lag Guatemala in allen Wahlgängen vor Venezuela.

Die Einigung auf Panama kam überraschend, weil zuvor die Dominikanische Republik der meistgenannte Kompromisskandidat war. Guatemala und Venezuela werden Panama nun offiziell der Gruppe der 34 südamerikanischen und karibischen Staaten vorschlagen. Nach deren als sicher geltenden Zustimmung kann dann die Wahl in der Vollversammlung folgen.

Der UN-Sicherheitsrat besteht aus den fünf ständigen Mitgliedern USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie aus zehn Mitgliedern, die für jeweils zwei Jahre neu gewählt werden. Jedes Jahr wird über jeweils fünf dieser Sitze entschieden, wobei die Kandidaten nach Ländergruppen aufgestellt werden. Die Wahl von Südafrika, Indonesien, Italien und Belgien verlief reibungslos.

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