Konflikt mit Nordkorea
Südkorea droht mit „starker Vergeltung“

Südkorea droht dem kommunistischen Norden mit einer massiven militärischen Reaktion. Die Präsidentin erklärte in Seoul, sie werde auf Provokationen eine entschlossene Antwort geben - ohne politische Abwägungen.
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SeoulSüdkorea hat dem Norden im Falle eines Angriffs mit einem massiven und raschen militärischen Gegenschlag gedroht. Wenn es eine Provokation gegen Südkorea gebe, werde darauf entschlossen geantwortet - ohne politische Abwägungen, sagte Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye am Montag bei einem Treffen mit dem Verteidigungsminister. Die Präsidentin reagierte damit auf die sich seit Wochen verschärfende Kriegsrhetorik der Führung in Pjöngjang. Die USA schickten am Sonntag Tarnkappenbomber in die Region, die an gemeinsamen Militärmanövern mit Südkorea teilnehmen sollen.

Nach Kritik an der als zu zögerlich empfundenen Reaktion auf den Beschuss einer südkoreanischen Insel 2010 hat die Regierung in Seoul bereits in der Vergangenheit die militärische Einsatzplanung geändert. Örtliche Einheiten dürfen jetzt umgehend auf Angriffe reagieren, ohne auf eine Genehmigung der Regierung warten zu müssen. Auch hat Südkorea damit gedroht, Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un direkt zu treffen und Symbole der Macht der Kim-Dynastie zu zerstören. Dies war im Norden auf besondere Empörung gestoßen.

Die kommunistische Regierung in Pjöngjang hat Südkorea und dessen Verbündeten USA in den vergangenen Tagen wiederholt mit einem Angriff gedroht. Am Samstag erklärte Nordkorea den Kriegszustand mit dem Süden. Die beiden Länder befinden seit dem Krieg 1950 bis 1953 formell ohnehin im Kriegszustand. Sie unterzeichneten zwar ein Waffenstillstandsabkommen, nicht aber einen Friedensvertrag.

Inmitten der angespannten Lage schickten die USA am Sonntag Kampfjets zu einem gemeinsamen Manöver mit dem Verbündeten nach Südkorea. Die Kampfflugzeuge vom Typ F-22 Raptor, die vom Radar nicht erfasst werden können, seien auf dem Luftwaffenstützpunkt Osan stationiert worden, teilte das US-Militär mit. Nordkorea werde mit seinen Drohungen und Provokationen nichts erreichen. Das Land werde sich nur weiter isolieren und die internationalen Bemühungen um Stabilität und Frieden in der Region untergraben, erklärte das US-Militär. Wie viele F-22 von ihrem Stützpunkt Kadena in Japan nach Südkorea flogen, teilte das US-Militär nicht mit.

Ansonsten waren Südkorea und die USA bemüht, die Erklärungen des Nordens herunterzuspielen. Aus dem südkoreanischen Verteidigungsministerium verlautete, es gebe bei den Streitkräften des Nordens keine Aktivitäten, die auf einen baldigen Angriff hindeuteten. Eine Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates der USA erklärte, man nehme die Drohungen aus Pjöngjang ernst und stehe mit Südkorea in engem Kontakt. Allerdings habe die nordkoreanische Führung schon öfter eine derartige Kriegsrhetorik verwendet. Papst Franziskus rief in seiner ersten Osteransprache auf, den Konflikt diplomatisch zu lösen.

Die Spannungen verstärkten sich, seit Machthaber Kim im Februar neue Atomtests anordnete. Durch die Tests verstieß Nordkorea gegen internationale Vereinbarungen. Der UN-Sicherheitsrat verschärfte daraufhin seine Sanktionen gegen das Land.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Konflikt mit Nordkorea: Südkorea droht mit „starker Vergeltung“"

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  • So ein Unsinn. Sie meinen Wohl den F-35 JSF??

  • Let`s get ready to rumble.

    Ein kleiner , fetter Krieg ist das beste Konjunkturprogramm.

  • Kein Friedensvertrag ? Hmmm, und wie war das nochmal mit dem Deutschen Reich nach 45 ?

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