Kongo
Truppen sollen planmäßig zurückkehren

Die europäischen Truppen würden Ende November von ihrem Kongo-Einsatz zurückkehren, versichern EU-Chefdiplomat Javier Solana und Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU). Auch 780 Bundeswehrsoldaten sind im Kongo im Einsatz.

HB HAMBURG/BERLIN. Die europäische Friedenstruppe werde das Land wie geplant verlassen; „das Mandat der europäischen Militärmission im Kongo endet am 30. November“, schreibt Solana in einem Gastbeitrag für die Zeitung „Bild am Sonntag“. Dagegen würden die Vereinten Nationen mit ihren Truppen in dem afrikanischen Land bleiben. Die EU werde den Demokratisierungsprozess im Kongo „weiter finanziell und mit polizeilichen Kräften fördern“.

Auch Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) versicherte, die Bundeswehr werde trotz der angespannten Lage nach der Präsidentenwahl das afrikanische Land zum Ende dieses Monats verlassen. „Der Auftrag ist erfüllt“, sagte Jung der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Die Stichwahl sei im Großen und Ganzen geordnet gelaufen, und es gebe einen klaren Sieger. Die Bundeswehr werde deshalb wie vorgesehen ab dem 30. November aus dem Kongo abziehen. Solana lobte ausdrücklich die Rolle der Bundeswehr bei der Stabilisierung des Kongo. „Deutschland, das im Kongo erstmals die Führung einer militärischen EU-Mission übernommen hat, hat Großartiges geleistet.“

Der außenpolitische EU-Koordinator appellierte an den Sieger der kongolesischen Präsidentenwahl, Joseph Kabila, und seinen unterlegenen Herausforderer Jean-Pierre Bemba: „Beide Kandidaten müssen mäßigend auf ihre Anhänger einwirken. Kongo braucht alle politischen Kräfte, um in der Zukunft erfolgreich zu sein.“ Der Chefdiplomat zeigte sich zuversichtlich, dass die Lage im Kongo ruhig bleibt: „Ich bin mit Kabila und seinem Gegenkandidaten Bemba in ständigem telefonischen Kontakt. Auch Bemba hat viele Stimmen gewonnen, er ist ein wichtiger politischer Spieler. Ich bin zuversichtlich, dass Bemba das Wahlergebnis akzeptiert.“

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