Konjunkturerholung
Starke Exporte helfen Österreich

Österreich muss sparen. Sonst läuft das Haushaltsdefizit aus dem Ruder, warnen die beiden wichtigsten Wirtschaftsforschungsinstitute des Landes. Die neue Regierung wird sich mit Wahlgeschenken zurückhalten müssen.
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WienNoch ist in Österreich politisch nicht ausgemacht, ob es zu einer Neuauflage der Großen Koalition von SPÖ und ÖVP unter Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) kommen wird. Die Hausaufgaben der Wirtschaftsinstitute für die neue Regierung liegen aber auf dem Tisch. Die beiden führenden Wirtschaftsinstitute des Landes, das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) und das Institut für Höhere Studien (IHS), empfehlen der künftigen Wiener Regierung einen strikten Sparkurs, um auf dem Pfad des Schuldenabbaus zu bleiben, eine Senkung der Steuerbelastung und eine Verringerung der international hohen Staatsquote.

„Es ist wichtig, dass die Regierung zusätzliche Sparanstrengungen unternimmt“, sagte IHS-Chef Christian Keuschnigg in Wien. Die Wirtschaftsforscher sind zuversichtlich für die politische Entwicklung des Landes. Sie prognostizieren für nächstes Jahr ein staatliches Defizit von 1,6 bis 1,7 Prozent.

Für die Alpenrepublik sehen die Experten erste Zeichen für eine nachhaltige Konjunkturerholung. Für dieses Jahr erwarten die Institute ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts zwischen 0,4 bis 0,5 Prozent. Im nächsten Jahr soll es bereits bei 1,7 bis 1,8 Prozent liegen.

Der Motor der positiven Entwicklung ist die Exportwirtschaft. „Der Außenhandel rettet die Konjunktur“, sagte IHS-Chef Christian Keuschnigg. Der Wirtschaftsprofessor erwartet, dass die österreichischen Warenexporte 2014 um 6,8 Prozent steigen werden. Ein Problem bleibe aber weiter die schwache Binnennachfrage. Das spiegelt auch die Kreditnachfrage. Das Volumen der Direktkredite in Österreich stagniert seit 2012. Erst im nächsten Jahr wird ein Anstieg erwartet.

Das in Österreich viel diskutierte Thema Inflation stellt mittlerweile kein Problem mehr da. „Die Inflation ist nicht mehr dramatisch“, sagt Wifo-Chef Karl Aiginger. Die Wirtschaftsforscher prognostizieren ein weiteres Absinken der Inflationsrate. In diesem Jahr soll die Preise noch um 2,1 Prozent steigen. 2014 sinke die Inflationsrat aber auf unter zwei Prozent.

Die Arbeitslosenquote des Alpenlandes wird im EU-Vergleich weiter auf einem niedrigen Niveau verharren. Die Institute erwarten für 2013 und 2014 eine Quote der Beschäftigungslosen von 7,6 Prozent.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

Kommentare zu " Konjunkturerholung: Starke Exporte helfen Österreich"

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  • "Österreich muss sparen. Sonst läuft das Haushaltsdefizit aus dem Ruder, warnen die beiden wichtigsten "

    Den selben Mist erzählt man den Deutschen auch, während zeitgleich darüber nachgedacht wird dass alle Welt am besten in D Sozialhilfe, LEistungen usw usw bekommt bis nichts mehr geht. Ein Blick nach Berlin oder Wien reicht doch um zu sehen dass hier etwas gewaltig nicht mehr stimmt...

    Achja und Exporte? Was bringen uns denn all die Exporte wenn man den Importländern die Kohle vorher zuschicken muss damit Sie zukünftig ihre Rechnungen bezahlen können?

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