Konkurrenz für Hongkong
Die große Freiheit in Shanghai

China experimentiert mit freien Märkten. Der Kurs der Währung soll sich bewegen, und sogar das Internet will die chinesische Regierung in der Freihandelszone von Shanghai öffnen.
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ShanghaiDie chinesische Regierung beginnt eine neue Runde von Experimenten mit freien Märkten. Am Sonntag hat in Shanghai ein ehrgeiziges Projekt begonnen, mit dem das Schwellenland sich mehr denn je gegenüber der Welt öffnet: Die Einrichtung einer Freihandelszone, in der zahlreiche Regulierungen außer Kraft gesetzt sind.

„Die Initiativen betreffen Schlüsselbereiche der Wirtschaft“, berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Ganz unterschiedliche Sektoren wie Finanzen, Handel und Industrie können in der 29 Quadratkilometer großen Sonderzone auf neue Freiheiten hoffen.

Die Regierung unter Premier Li Keqiang will Chinas Wirtschaft fundamental umgestalten. Statt Schwerindustrie, Bau und Billigproduktion sollen künftig Kreativität und Dienstleistungen sowie der freie Markt eine größere Rollen spielen. Die Freihandelszone in Shanghai ist das erste sichtbare Großprojekt für das neue Konzept.

„Sie ist eine der größten Herausforderungen für Premier Li“, sagt Ökonom Jian Chang von Barclays Capital. „Die Freihandelszone wird mehrere seiner wichtigsten Reformvorhaben beschleunigen.“ Zollfreier Warenumsatz soll das Gebiet zu einem der wichtigsten Warenumschlagplätze in Ostasien machen. Doch die Pläne gehen viel weiter.

Auch der Handel mit Chinas kontrollierter Währung, dem Yuan, soll in der Zone deutlich vereinfacht werden. Sogar die Internetzensur könnte dort aufgehoben werden, berichtet die Zeitung „South China Morning Post“. Damit hätte erstmals ein Teil Chinas freien Zugang zu Facebook, Wikipedia und Twitter.

Ökonomen erwarten von all diesen Lockerungen eine enorme Freisetzung von wirtschaftlicher Energie. Vor allem die Finanzwirtschaft sieht in Shanghai neue Möglichkeiten. „Der Kapitalmarkt wird dort voraussichtlich schrittweise freigegeben werden“, sagt Analystin May Yan von Barclays Capital. „Ausländische Banken werden dort wohl vereinfachte Regulierungen vorfinden.“

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  • O-Ton Oliver Stock
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    Ich möchte es Ihnen möglichst leicht machen, Ihre Meinung hier niederzuschreiben, denn wir bei Handelsblatt Online sehen uns als Plattform für Diskussionen.
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    Wirklich?

    Und deshalb sind wohl bei den Artikeln "Rechtsruck in Österreich", "Rechtsruck als Weckruf" und "Unsere rechten Nachbarn" die Komnmentarfunktionen abgeschaltet worden.

    Selten so gelacht.

    Offensichtlich werden unliebsame Kommentare befürchtet - und schon ist Schluß mit der "Plattform für Diskussionen".

    ...

    Ich verstehe ja, daß Sie nicht von den Schergen des BRD-Regimes ins Gefängnis geworfen werden wollen wie der Journalist Axel Möller, der wegen der Veröffentlichung verbotener Meinungen und Leserkommentare zu 30 Monaten verurteilt wurde.

    Aber dann sollten Sie die Einschränkungen unter der Sie in der BRD arbeiten müssen auch wenigsten offen zugeben.

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