Konsequenz aus Finanzkrise
US-Finanzaufsicht bekommt mehr Macht

Die Finanzkrise hat die US-Wirtschaft und die Börsen kräftig durchgeschüttelt. Und die Finanzaufsicht schaute ohnmächtig zu. Das soll in Zukunft nich mehr passieren. Die US-Regierung will der Behörde deutlich "mehr Befugnisse zur Eindämmung temporärer Störungen" geben.

HB LONDON. Die Aufseher müssen bessere Möglichkeiten zur Abwicklung einer großen Investmentbank haben, ohne dabei die Stabilität des Finanzsystems zu gefährden, sagte Finanzminister Henry Paulson. Paulson will der US-Notenbank bei der Aufsicht des Finanzsystems mehr Gewicht einräumen.

Zwar sei zunächst von höchster Priorität, die Stabilität des Systems bei den gegenwärtigen Marktturbulenzen zu erhalten. Paulson will jedoch schon bald Konsequenzen aus den Schwächen der US-Finanzaufsicht ziehen, die sich im Laufe der Kreditkrise offenbart haben.

So müsse sichergestellt werden, dass das Finanzsystem dem Kollaps eines großen und komplexen Finanzinstituts widerstehen kann. "Hierzu müssen unsere Aufseher im Notfall Befugnisse zur Eindämmung temporärer Störungen erhalten", sagte Paulson. Um die Disziplin des Marktes zu stärken, dürften diese Befugnisse aber erst sehr spät greifen - etwa bei einer Konkursanmeldung.

Die Behörden dürften dabei nicht den Eindruck vermitteln, dass sie den Kollaps eines großen Geldhauses auf jeden Fall verhindern würden. Verlasse sich der Finanzsektor zu sehr auf die Hilfe der Fed, würden die Banken zu große Risiken eingehen, erklärte Paulson. Deshalb müssten neue Möglichkeiten geschaffen werden, um ein großes und komplexes Geldhaus geordnet abwickeln zu können.

Im März stellte die Fed in einer dramatischen Rettungsaktion eine Notfallfinanzierung für die Investmentbank Bear Stearns bereit, die mittlerweile von JPMorgan Chase übernommen worden ist. Dies löste eine Debatte über die Rolle der Aufsichtsbehörden im Falle einer zukünftigen Finanzkrise aus.

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