Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet
Wahl in Albanien bleibt friedlich

Die Bevölkerung Albaniens hat am Sonntag ein neues Parlament gewählt. Beobachter sprachen von einer hohen Wahlbeteiligung.

HB TIRANA. Größere Unregelmäßigkeiten oder Verstöße gegen das Wahlgesetz seien entgegen Problemen bei früheren Abstimmungen nicht zu beklagen, berichtete die Zentrale Wahlkommission in der Hauptstadt Tirana am Abend. Zwischenfälle gab es nicht. Die knapp 2,9 Mill. Wahlberechtigten waren aufgerufen, 140 Abgeordnete zu bestimmen. Verlässliche Ergebnisse werden wegen des sehr komplizierten Wahlsystems erst an diesem Montag erwartet.

Die Wahlbeteiligung war nach ersten Berichten höher als erwartet. Erwartet wurde ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den regierenden Sozialisten und den oppositionellen Demokraten, denen jeweils rund ein Drittel der Stimmen vorausgesagt wurden. Die Rolle des „Königsmachers“ dürfte der von den Sozialisten abgespaltenen LSI- Partei zufallen, deren Stimmenpotenzial auf rund zehn Prozent geschätzt wurde.

Allerdings hatte die LSI unter dem früheren Ministerpräsidenten Ilir Meta jede Koalition mit den konservativen Demokraten abgelehnt. Wegen persönlicher Feindseligkeiten hatte die LSI auch ein Zusammengehen mit den Sozialisten unter ihrem Vorsitzenden und amtierenden Regierungschef Fatos Nano ausgeschlossen.

Sowohl Nano als auch der Parteichef der Demokraten, Sali Berisha, hatten bei der Stimmabgabe auf einen klaren Wahlsieg ihrer Partei gesetzt. Berisha und Nano sind tief zerstritten, nachdem Berisha als früherer Staatspräsident Mitte der 90er Jahre seinen Widersacher vorübergehend ins Gefängnis gebracht hatte.

Entscheidend dürfte für eine geordnete Regierungsbildung sein, ob die beiden großen Parteien das Urteil der rund 400 ausländischen Wahlbeobachter über den Ablauf der Abstimmung anerkennen, hieß es. Die Abstimmung galt als Test für die demokratische Reife des armen Balkanlandes, das sich der EU und der NATO annähern will.

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