Kraftvolle Appelle
Friedensnobelpreis in Oslo verliehen

In Oslo wurde der angesehenste Preis der Welt an die Liberianerinnen Ellen Johnson-Sirleaf und Leymah Gbowee sowie Tawakkul Karman aus dem Jemen überreicht.
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OsloDer Friedensnobelpreis als Ermutigung für den Kampf von Frauen in aller Welt um Gleichberechtigung: Zum ersten Mal ist die Auszeichnung am Samstag in Oslo an drei Preisträgerinnen überreicht worden. Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf (73) und Leymah Gbowee (39) aus dem westafrikanischen Liberia sowie die Journalistin Tawakkul Karman (32) aus dem arabischen Jemen nutzten die Feier im Rathaus der norwegischen Hauptstadt zu kraftvollen Appellen für Frieden, Demokratie und vor allem Gleichberechtigung.

Johnson-Sirleaf und Gbowee wurden für ihr Engagement zur Beendigung des Bürgerkrieges in Liberia geehrt. In dem Konflikt wurden auch Vergewaltigungen als systematische „Waffe“ gegen Frauen eingesetzt. Karman ist eine der treibenden Kräfte bei dem vor allem von jungen Leuten getragenen Volksaufstand im Jemen gegen die brutale Diktatur unter dem scheidendenden Präsidenten Ali Abdullah Salih.

Karman, die jüngste aller Friedensnobelpreisträger seit der ersten Vergabe 1901, sagte in Oslo: „Während ich hier spreche, verlangen junge Araber, Frauen wie Männer, bei friedlichen Demonstrationen Freiheit und Würde von den Regierenden.“ Der Friedensnobelpreis an sie sei die „Anerkennung der ganzen Welt für den Triumph der friedlichen Revolution im Jemen“.

Johnson-Sirleaf sagte zur Vergabe des Friedensnobelpreises an zwei Afrikanerinnen und eine Araberin, dies zeige die „Universalität unseres Kampfes“. Sie meinte weiter: „Wenn ich hier zu Frauen und Mädchen überall sprechen darf, dann möchte ich eine simple Einladung aussprechen: Meine Schwestern, meine Töchter, meine Freundinnen, findet eure Stimme!“ Gbowee hatte als Streetworkerin Frauen gegen den Bürgerkrieg in Liberia mobilisiert und ist jetzt beim Aufbau einer friedlichen Zivilgesellschaft aktiv.

Nobelkomitee-Chef Thorbjörn Jagland sagte zu den drei Preisträgerinnen in seiner Laudatio: „Sie repräsentieren eine der wichtigsten Triebkräfte für Veränderung in der heutigen Welt, wenn es um den Kampf für Menschenrechte im Allgemeinen und für die Gleichberechtigung von Frauen sowie für Frieden im Besonderen geht.“ Die drei Frauen teilen sich die Dotierung von umgerechnet 1,1 Millionen Euro (zehn Millionen schwedische Kronen). Im vergangenen Jahr ging der Friedensnobelpreis an den damals wie heute inhaftierten chinesischen Oppositionellen Liu Xiaobo.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Obama hat diesen Preis für immer entwertet.

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