Kreditzahlungen
EU-Verwirrung um Hilfsgelder für Griechenland

Während Irlands Widerstand gegen EU-Hilfe bröckelt, droht dem klammen Griechenland neues Ungemach. Weil sich der Mittelmeerstaat nicht an Vorgaben der europäischen Partner gehalten hat, wird nach Angaben aus Österreich vorerst kein Geld mehr fließen. In Brüssel sieht man das aber etwas anders. Die Verwirrung ist damit perfekt.
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HB BRüSSEL. Die Rettungsgelder für das hoch verschuldete Griechenland fließen nach EU-Angaben ohne Verzögerung. Die Auszahlung der nächsten Hilfstranche über neun Mrd. Euro sei schon immer für Januar angepeilt worden, erklärte EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn am Mittwoch. Der österreichische Finanzminister Josef Pröll hatte zuvor mit der Aussage für Verwirrung gesorgt, die Auszahlung sei auf Januar verschoben worden. Er räumte jedoch später ein Missverständnis ein.

Die Kommission wird Rehn zufolge die Auszahlung dieser dritten Tranche aus dem insgesamt 110 Mrd. Euro schweren Rettungspaket von Internationalem Währungsfonds (IWF) und EU empfehlen, wenn die laufende Lagebewertung für Griechenland positiv ausfällt.

Mit den ersten beiden Auszahlungen im Mai und September erhielt das wegen der hohen Schuldenlast im Frühjahr in Finanzierungsnot geratene Land schon 29 Mrd. Euro. Die Euro-Finanzminister haben Griechenland angehalten, seine Sparmaßnahmen für das kommende Jahr noch genauer festzulegen.

Pröll dagegen hatte erklärt, die nächste Tranche der Kredite werde nicht wie geplant im Dezember an Athen ausgezahlt, sondern erst einen Monat später im Januar 2011. Dies hätten die Euro- Finanzminister am Vorabend beschlossen, sagte der österreichische Finanzminister am Mittwoch in Brüssel. "Wir warten jetzt auf das Datenmaterial aus Griechenland, aber da schaut es wesentlich besser aus." Als Grund nannte Pröll, dass Griechenland die Vorgaben nicht erfüllt hat, die im Gegenzug für die EU-Hilfe gemacht wurden. Das betreffe vor allem die Einnahmenseite, also die Steuern.

Griechenland befürchtet wegen der verzögerten Auszahlung indes keinen finanziellen Engpass. „Das wird uns nicht in Liquiditätsprobleme stürzen“, teilte das Finanzministerium in Athen am Mittwoch mit. In einer ersten inoffiziellen Reaktion hieß es aus Kreisen des Athener Finanzministeriums, dies sei „auf technische Gründe zurückzuführen“. Die Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank, die zurzeit die Bücher in Athen prüfen, hätten ihre Arbeit nicht abgeschlossen. Eine endgültige Entscheidung solle beim nächsten EU-Gipfel im Dezember fallen. Finanzielle Engpässe entstehen den Kreisen zufolge nicht.

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  • PAPPERLAPAPP - GRiECHENLAND iST PLEiTE !
    Es scheint, man hat zur Kontrolle nach Athen
    Leute mit Rechenschwäche geschickt.
    Die Entscheidungskriterien für weitere Hilfen kann man offensichtlich nicht auf den Tisch legen, weil im zeitlichen Verlauf dieses Desasters schon jetzt eine insolvenzverschleppung ein Fakt ist.
    Und damit natürlich auch ein historisches Verbrechen.
    im Falle von Griechenland handelt es sich um Staatskriminalität. Äußerungen eines Hr. Rehn zum jetzigen Zeitpunkt sind höchst bedenklich: Wie kann man dergestalt Sachwalter europäischen Geldes sein?
    EVEN iRE iS ON THE ROCKS !
    Europäische Hilfe gegen den Widerstand irlands?
    So ein Schmierentheater!
    Für die Zockerinseln jenseits des Kanals gilt: Wettschulden sind Ehrenschulden.
    Vor ein paar Tagen schrieb im Hb der Vor-Premier irlands, daß irlands bürger eines der höchsten Einkommen Europas habe, jedoch nur die Hälfte der Steuerbelastung eines deutschen Staatsbürgers.
    So, so und in welchem Verhältnis wünscht man sich dies denn in brüssel neu umzusetzen?

  • Schon ein kleiner griechischer Furz reicht und die Revolver-blätter laufen sturm. Armes Deutschland!

  • ...über diese üble Demagogie und Kakophonie. Nicht einmal die bild-Zeitung titelt so. Wieso auch; es handelt sich um einen Zahlungsaufschub, da die EU nicht mit ihrer Arbeit in Athen fertig ist und weitere infos braucht, welche die Griechen liefern müssen. Schon jetzt ist aber sicher, dass das Geld im Januar fließt; dann wird es auch gebraucht.

    Dabei kritisiert gerade heute eine Hb-Redakteurin die Politiker, die eine "Kakophonie" betreiben.

    Selbst wenn es keine Finanzkrise gäbe, das Hb würde sie erfinden, um den Umsatz anzukurbeln und beachtung zu erhaschen.

    ich werde mich zukünftig nicgt mehr aus dem boulevard-blatt für Möchtegern-Ökonomen informieren.

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