Krise in der Ukraine
Janukowitsch meldet sich zurück

Das ukrainische Parlament hat einen Regierungschef gewählt, doch der abgetauchte Ex-Präsident gibt nicht auf. Mit Russland im Rücken will Viktor Janukowitsch zurück an die Macht. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.
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Während sich auf der Krim die Lage zuspitzt, wählt in Kiew das Parlament einen neuen Regierungschef. Doch auch der Ex-Präsident hat sich erstmals seit Tagen wieder zur Wort gemeldet. Die wichtigsten Ereignisse in der Ukraine zum Nachlesen.

+++ Janukowitsch gibt Freitag eine Erklärung ab +++

Für mehrere Tage war er abgetaucht, doch am morgigen Freitag will der gestürzte ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch an die Öffentlichkeit gehen. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur RIA gibt er in der südrussischen Stadt Rostow am Don eine Pressekonferenz. Die Agentur zitiert Personen, die Janukowitsch nahestehen.

+++ Ukraine bittet IWF um Finanzhilfen +++

Die Ukraine, die auf einen Staatsbankrott zusteuert, hat den Internationalen Währungsfonds (IWF) um Finanzhilfen gebeten. Das teilte die IWF-Chefin Christine Lagarde in Washington mit. „Wir sind bereit, zu antworten und werden in den kommenden Tagen ein Untersuchungsteam nach Kiew schicken, um mit den Behörden erste Gespräche zu führen.“ Dadurch könne der IWF sich ein unabhängiges Urteil des finanziell angeschlagenen Landes machen und überlegen, welche Auflagen der Ukraine im Gegenzug gemacht werden sollten. Der IWF berate sich zugleich mit internationalen Partnern, wie der ehemaligen Sowjetrepublik in diesem „kritischen Moment ihrer Geschichte“ am besten geholfen werden könne.

+++ Schweiz will Oligarchen-Geld einfrieren +++

Die Schweizer Regierung will Guthaben einfrieren, bei denen es eine Verbindung zum gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch gibt. Eidgenössische Banken würden zu mehr Vorsicht beim Umgang mit Geld aus der Ukraine ermahnt.

+++ US-Verteidigungsminister ermahnt Russland +++

Die USA haben Russland zur Zurückhaltung in der Ukraine-Krise aufgefordert. Verteidigungsminister Chuck Hagel sagte in Brüssel, die Vereinigten Staaten würden die Militär-Übungen an der ukrainischen Grenze sehr genau beobachten. „Ich erwarte von Russland Transparenz bei diesen Aktivitäten.“ Hagel forderte Moskau auf, „keine Schritte zu unternehmen, die falsch verstanden werden könnten oder zu falschen Einschätzungen führen könnten in einer sehr schwierigen Zeit, einer Zeit starker Spannungen.“

+++ Russische Kritik an Nato-Beratungen +++

Ein Sprecher des russischen Außenministeriums kritisiert die Beratungen der Nato über den Konflikt in der Ukraine. Damit sende das Bündnis ein falsches Signal.

+++ Merkel sagt Ukraine Unterstützung zu +++

Der britische Premierminister David Cameron fordert die Regierung in Moskau auf, die territoriale Integrität der Ukraine zu respektieren. Er sei über die Lage auf der Halbinsel Krim sehr besorgt. Kanzlerin Angela Merkel sagte der ukrainischen Übergangsregierung ihre volle Unterstützung zu. Diese müsse die Interessen der russischen Minderheit berücksichtigen.

+++ 37 Milliarden Dollar verschwunden +++

In der Ukraine sind nach Darstellung des gerade gewählten Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk 37 Milliarden Dollar verschwunden, die die gestürzte Regierung als Kredit erhalten hatte. In den vergangenen drei Jahren seien insgesamt rund 70 Milliarden Dollar außer Landes geflossen, sagte Jazenjuk im Parlament.

+++ Jazenjuk ist der neue ukrainische Regierungschef +++

Das Parlament in der Ukraine hat Arseni Jazenjuk zum neuen Regierungschef gewählt. Das Votum des Parlaments in Kiew fiel einstimmig aus. Der 39-Jährige gilt als treuer Gefolgsmann der Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko.

+++ Präsidentschaftswahlen am 25. Mai +++

Jazenjuk wird eine Übergangsregierung bis zu den für den 25. Mai angesetzten Präsidentschaftswahlen führen. Der proeuropäische Politiker konnte sich während der monatelangen Proteste gegen den inzwischen entmachteten Staatschef Viktor Janukowitsch als einer der Oppositionsführer profilieren. Der Jurist und Ökonom war bereits Wirtschafts- und Außenminister. Zudem verfügt Jazenjuk über Erfahrung in Verhandlungen mit der Welthandelsorganisation (WTO).

+++ Regierung der nationalen Einheit in Kiew +++

Während auf der Krim die Lage weiter angespannt ist, will in Kiew eine Regierung der nationalen Einheit zusammenfinden. Das ukrainische Parlament hat eine solche Regierung gebilligt. Der designierte ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk stimmte seine Landsleute in einer Rede im Parlament auf „unpopuläre Entscheidungen“ zur Bewältigung der Krise ein.

+++ Europäische Diplomaten reisen in die Ukraine +++

Diplomaten aus Tschechien, Ungarn, der Slowakei und aus Polen reisen zu Gesprächen mit der neuen Regierung um Übergangspräsident Alexander Turtschinow in die Ukraine. Die Gruppe – die nicht in die Krim-Region reisen wird – nimmt am Freitag an Unterredungen teil, die mit dem Büro der EU-Außenbeauftragen Catherine Ashton abgestimmt sind. Der tschechische Außenminister Lubomir Zaoralek sagte, die Situation in der Ukraine sei „sehr gefährlich“. Es sei „notwendig, ihre Eskalation um jeden Preis zu verhindern“.

+++ Prorussisches Krim-Parlament will Referendum +++

Das prorussische Parlament der Halbinsel Krim will in einer Volksbefragung über die Zukunft der eigenen Autonomie entscheiden lassen. „Durch die verfassungswidrige Machtübernahme in der Ukraine von radikalen Nationalisten und mit Unterstützung bewaffneter Banden sind Friede und Ruhe auf der Krim gefährdet“, sagte eine Parlamentssprecherin nach Berichten örtlicher Medien. „Die Ukraine rutscht in Chaos, Anarchie und wirtschaftliche Katastrophe.“ Deshalb übernehme das Parlament die Verantwortung für die Zukunft der Krim.

++Abgesetzter Janukowitsch sieht sich weiter als Präsident ++

Fünf Tage nach seinem Sturz hat sich der entmachtete ukrainische Staatschef Viktor Janukowitsch in russischen Medien zu Wort gemeldet und seinen Anspruch auf das Präsidentenamt bekräftigt. Russische Nachrichtenagenturen zitierten ihn am Donnerstag mit den Worten: „Ich, Viktor Fedorowitsch Janukowitsch, sehe mich als rechtmäßige Spitze der ukrainischen Regierung.“ Die Menschen im Süden und Südosten des Landes würden die „Gesetzlosigkeit“ der Führer der Demonstranten in Kiew niemals akzeptieren, zitierten ihn die Agenturen.

+++ Russland reagiert auf Hilfegesuch +++

Russland sichert dem gestürzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch persönlichen Schutz zu. Das berichten russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf russische Quellen. Janukowitsch wird von den neuen Machthabern in Kiew per Haftbefehl gesucht.

+++ Janukowitsch bittet um russischen Schutz +++

Der gestürzte ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch bittet Russland um persönlichen Schutz vor „Extremisten“. Er pocht darauf, immer noch das legitime Staatsoberhaupt zu sein, berichten russische Nachrichtenagenturen. Die neuen Machthaber in Kiew haben Janukowitsch wegen des Vorwurfs des Massenmordes zur Fahndung ausgeschrieben.

+++ Mißfelder mahnt zur Besonnenheit +++

Philipp Mißfelder, außenpolitischer Sprecher Union, mahnt zur Besonnenheit: „Wir müssen auf Russland zugehen“, sagt er der Nachrichtenagentur Reuters. „Die geostrategische Frage der Krim ist für Moskau sehr emotional, da es sich historisch um den Kernbereich Russlands handelt.“

+++ Nato-Generalsekretär wendet sich an Russland +++

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen fordert Russland auf, alles zu unterlassen, was zur Eskalation der Lage in der Ukraine oder zu Missverständnissen führen könnte. „Ich bin besorgt über die Entwicklung auf der Krim“, erklärt er via Twitter in einem Tweet.

Russland forderte der Nato-Generalsekretär auf, „nichts zu tun, was die Spannung verschärfen oder zu einem Missverständnis führen kann“. Die morgendliche Aktion der bewaffneten Gruppe sei „gefährlich und unverantwortlich“, sagte Rasmussen bei einem Treffen der Verteidigungsminister der 28 Nato-Staaten mit dem stellvertretenden ukrainischen Ressortchef Alexander Olejnik in Brüssel. „Ich appelliere an alle Seiten, die Konfrontation zu unterlassen, auf Provokationen zu verzichten und auf den Weg des Dialogs zurückzukehren.“ Die neue ukrainische Führung müsse ihre Bemühungen fortsetzen, einen politischen Prozess unter Einschluss aller Kräfte in Gang zu bringen, „der den Erwartungen des gesamten ukrainischen Volkes gerecht wird“.

+++ Ukrainische bestellt russischen Gesandten ein +++
Das ukrainische Außenministerium bestellt den russischen Gesandten in Kiew ein, gefordert werden sofortige Konsultationen mit der russischen Regierung. Die Ukraine sei beunruhigt über „nicht angemeldete Bewegungen“ von Angehörigen der russischen Schwarzmeerflotte, teilte ein Außenamtssprecher mit. Kiew fordere Moskau zu Gesprächen auf. Die Ukraine reagiert damit auf Patrouillenfahrten russischer Schützenpanzer in der Hafenstadt Sewastopol auf der Krim.

+++ Von der Leyen warnt vor Auseinanderbrechen der Ukraine +++
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen erklärt vor einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel: "Wir beobachten die Ereignisse auf der Krim mit Sorge." Ein Auseinanderbrechen der Ukraine müsse verhindert werden.

+++ Wechselkurs von ukrainischer Währung auf Rekordtief +++
Der Wechselkurs der ukrainischen Währung fällt auf ein Rekordtief von 10,50 Hrywnia für einen Dollar.

+++ Polen warnt vor Regionalkonflikt auf der Krim +++
Polens Außenminister Radoslaw Sikorski warnt, durch die Besetzung von Regierungsgebäuden auf der Krim werde ein regionaler Konflikt riskiert.

+++ Russland versetzt Bomber in Kampfbereitschaft+++
Russland hat Kampflugzeuge an der Westgrenze in Kampfbereitschaft versetzt und angekündigt, seine Landsleute in der Ukraine zu schützen. Bewaffnete besetzen Gebäude des Parlaments und der Regionalregierung auf der Krim. Die Ukraine wird jede russische Truppenbewegung außerhalb des Stützpunktes des Schwarzmeerflotte auf der Krim als Akt der Aggression ansehen, warnt Übergangspräsident Olexander Turtschinow.





Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Mallien Jan
Jan Mallien
Handelsblatt / Geldpolitischer Korrespondent

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  • Zitat : Übergangspräsident Arseni Jazenjuk: Der Gefolgsmann von Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko soll das Land aus der schwersten Krise seit der Unabhängigkeit führen.

    - er ist kein "Übergangspräsident", sondern nur der Übergangsregierungschef !

    Gewaltiger Unterschied !

    Und , wie schon gesagt, ein Gefolgsmann der Oligarchin, Gas-Prinzessin Timoschenko, die bekanntlich eine der schillerndsten Figuren der Korrupten Ukrainischen Eliten war und ist.

    Jazenjuk war selbst schon Bänkster unter früherem Präsidenten Juschjenko, der ein Vermögen mit illegalen Banklizenzen ( Schmiergelder ) als Chef der Ukrainischen Zentralbank gemacht hat.

    Jazenjuk wird auch die Nähe zum Ukrainisch/Judischen Oligarchen Igor Kolomoisky nachgesagt, dem zweit reichsten Mann in der Ukraine !

    Außerdem ist er politisch befreundet mit dem Stvtr. Parteivorsitzenden der Partei der Regionen von Expräsident Janukowitsch !

    Deshalb hat diese Partei für Jazenjuk im Parlament auch abgestimmt !

    Fazit : Maidan war für den Ar**** !

    Nichts hat sich geändert und nichts wird sich ändern, es ist eine Machtergreifung einer anderen Mafia-Clique !

    Die Märchen von Freiheitskämpfen und angeblicher Befreiung der Ukrainer von den Russen sind wiedermal für das "Depperte" Volk !

  • Schweizer Banken müssen per Verordnung alle etwaigen Konten von Viktor Janukowitsch sperren, so ein Sprecher des Außenministeriums in Bern.

  • Die Kleptokratie von Putins Gnaden kannte nur ein Ziel: Das Land ausplündern.
    http://www.kyivpost.com/content/politics/yatseniuk-yanukovych-administration-robbed-ukraine-of-70-billion-337772.html

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