Krise in der Ukraine
Nato betont Verteidigungsbereitschaft

Die Ukraine-Krise verliert nicht an Brisanz: Moskau zeigt mit einer großen Militärübung demonstrativ Stärke. Nach dem Absturz von Flug MH17 ist die Nato alarmiert: Rasmussen betont Verteidigungsbereitschaft.
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Mons/Moskau/KiewIn der Ukraine-Krise ist eine Deeskalation nicht in Sicht. Nachdem Russland ein Großmanöver begonnen hatte, unterstrich Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen die Geschlossenheit des westlichen Verteidigungsbündnisses. „Die Nato ist entschlossen, alle Verbündeten gegen jederlei Bedrohung zu verteidigen“, sagte Rasmussen am Montag im militärischen Hauptquartier der Nato im belgischen Mons.

„Der kriminelle Abschuss von Flug MH17 hat deutlich gemacht, dass ein Konflikt in einem Teil der Welt tragische Konsequenzen überall in der Welt haben kann“, sagte Rasmussen. Zusammen mit dem britischen Premier David Cameron hatte er zuvor den Nato-Oberbefehlshaber, den US-General Philip Breedlove, getroffen.

An dem russischen Großmanöver beteiligen sich bis zum 8. August Kampfjets und Hubschrauber, sagte am Montag Luftwaffensprecher Igor Klimow der Agentur Interfax zufolge. Erstmals finde ein solches Manöver gleich in drei Wehrbezirken statt. Auch in Nato-Staaten hatte es im Zuge der Ukrainekrise Manöver gegeben.

Die Bundesregierung forderte erneut „ganz klare Schritte zur Deeskalation“ von Russland. „Wir beobachten das, was an der russisch-ukrainischen Grenze passiert, sehr genau“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin.

Die Separatisten in der Ukraine warfen der Armee vor, eine Waffenruhe am Absturzort des malaysischen Passagierflugzeugs nicht einzuhalten. Wegen Granateneinschlags hätten 124 internationale Experten die Untersuchung des Trümmerfelds bei Grabowo abbrechen müssen, teilten die prorussischen Aufständischen mit. Die Rettungskräfte suchen nach Leichenteilen sowie persönlichen Gegenständen der 298 Opfer.

Die Helfer gehen von mehrwöchigen Arbeiten aus. Bisher sei erst eine von fünf Zonen im Gebiet abgesucht worden, sagte ein Sprecher. Die Boeing 777-200 war am 17. Juli vermutlich abgeschossen worden. Armee und Aufständische geben sich gegenseitig die Schuld. Von der ostukrainischen Stadt Charkow aus brachte am Montag eine weitere Maschine Leichenteile von Flug MH17 in die Niederlande.

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Die Lage sei für Mitarbeiter der OSZE zu gefährlich

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  • Es ist einfach menschenverachtend, was sich hier wieder die mächtige Finanz- und Wirtschaftselite, welche durch machtgierige Politiker vertreten werden, leistet !
    Kein normaler Mensch findet das, was hier geschieht, gut - alleine die rücksichtslose "Obrigkeit" spielt hier wieder Schach .... wie das ausgeht, können wir in den Geschichtsbüchern reihenweise nachlesen ....

  • Verteidigungsbereitschaft? ist denn der westen angegriffen worden? es soll wohl krieg geben den man so schön vorbereitet hat, gell ihr Arschlöcher!

  • Herr Don Zeckito

    Wer bei Ihrer Aufzählung der Teufel ist, das weiß der beobachtende Mensch, ob maskiert oder unmaskiert.

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