Kriseninsel
Zyperns Comeback

Vor einem Jahr brachten Lufthansa-Maschinen Bargeld zur Bankenrettung nach Zypern. Was ist daraus geworden? Die Insel hat die Krise schneller hinter sich gelassen als gedacht. Doch es bleiben zwei große Risiken.
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AthenLob von der Troika? Das bekommt man nicht leicht. Den Zyprern ist es jetzt zuteil geworden: „Das Zypern-Programm bleibt auf Kurs, wobei die finanzpolitische Entwicklung besser ausfällt als erwartet“, stellten die Prüfer der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) nach ihrer jüngsten Inspektion auf der Kriseninsel fest.

Doch zugleich warnt die Troika: „Zypern ist immer noch mit erheblichen Risiken konfrontiert.“ Die Entwicklung auf der Insel wird am Montagnachmittag auch die Euro-Gruppe, die Finanzminister der Euro-Staaten, bei ihrem Treffen in Brüssel beschäftigen.

Vor einem Jahr stand Zypern am Rand des Abgrunds. Mit einem Hilfspaket von zehn Milliarden Euro bewahrten die EU und der IWF die Insel vor dem Untergang. Bis 2016 soll das Geld in elf Tranchen fließen. Die Rettung ihrer beiden größten Banken, die sich mit griechischen Staatsanleihen verzockt und beim Schuldenschnitt ihr gesamtes Eigenkapital verloren hatten, mussten die Zyprer selbst stemmen: Die Laiki Bank, das zweitgrößte Institut, wurde zerschlagen.

Und die Bank of Cyprus wurde mit Kundengeldern gerettet. Ungesicherte Einlagen von mehr als 100.000 Euro wurden mit einer Zwangsabgabe von 47,5 Prozent zur Rekapitalisierung herangezogen. Damit wurden erstmals in der Eurozone Bankkunden teilenteignet.

Elf Monate später mehren sich die Anzeichen, dass Zypern die Krise womöglich schneller hinter sich lassen wird als zunächst angenommen: „Zypern hat die Ziele, die zu Beginn des Programms gesetzt wurden, klar übererfüllt“, attestierte jetzt ein EU-Beamter in Nikosia. „Das ist ungewöhnlich und entspricht nicht den Erfahrungen, die wir zuvor (in anderen Krisenländern) gemacht haben“, lobte der EU-Experte.

Noch liegen keine endgültigen Haushaltszahlen für 2013 vor, aber das Defizit scheint deutlich geringer ausgefallen zu sein als die noch im vergangenen Herbst von der EU veranschlagten 8,3 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP). Ende November lag die Defizitquote nur bei 3,63 Prozent.

Finanzminister Harris Georgiades hat es nicht nur erfolgreich geschafft, sehr sparsam zu sein. Hilfreich war auch, dass die zyprische Wirtschaft weniger stark einbrach als befürchtet. Statt um 8,7 Prozent, wie von der Troika veranschlagt, schrumpfte das BIP im vergangenen Jahr nur um 5,3 Prozent, wie jetzt vorläufige Daten des staatlichen Statistikamtes zeigen. Vor allem im Dienstleistungssektor fiel die Rezession weniger schwer aus als erwartet.

Im Tourismus gab es sogar ein leichtes Plus, vor allem dank des größeren Zustroms russischer Urlauber, die im Schnitt deutlich mehr Geld ausgeben als Briten oder Deutsche. Für 2014 erwartet man jetzt einen Rückgang des BIP um 4,7 Prozent, und 2015 könnte die Insel mit einem Plus von einem Prozentpunkt zum Wachstum zurückkehren.

Kommentare zu " Kriseninsel: Zyperns Comeback"

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  • Ich bin richtig erleichtert. Endlich greifen die Euro-Rettungsmaßnahmen und nicht nur in Zypern und Griechenland sondern in der gesamten Euro-Zone. Überall starkes Wachstum. Das wird sich bestimmt bis zum 25.05.
    zeitungsgemäß noch erheblich verstärken.
    Damit ist klar, am 25.05. gebe ich meine Stimme nicht der AfD sondern wieder unseren erfolgreichen Euro-Rettern!
    Ofer und aut.
    Elli Hörnlein

  • Ist doch prima, dass es in Zypern nun so gut läuft. Dann kann man ja sicherlich von den Tranchen, die bis 2016 laufen einige streichen.

  • 50% faule Kredite aus rund 19 Mrd. Euro. Da erhebt sich doch die Frage, welche Klientel in erster Linie mit diesen "Krediten", für die der europäische Steuerzahler gerade steht, beschenkt wurde oder anders gefragt, wer sich damit bedient hat?
    Ach nein, so darf man nicht denken, wir sind ja naiv, alles nur ungeschicktes agieren überforderter Banken.

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