Kurden-Demo gegen IS-Terror
Zehntausende gehen für Kobane auf die Straße

Doppelt so viele Teilnehmer wie erwartet demonstrieren in Düsseldorf. Die Grenzstadt Kobane kämpft derweil an drei Fronten gegen die Terrormiliz. Sieben Angriffe haben die kurdischen Peschmerga in der Nacht abgewehrt.
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Kobane/BeirutIn Düsseldorf haben am Samstag mehr als 20.000 Menschen gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) demonstriert. Zu Beginn der Veranstaltung hätten sich 10.000 bis 12.000 Menschen versammelt und während ihres Zugs Richtung Innenstadt "sehr starken Zulauf" erhalten, sagte ein Polizeisprecher in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Inzwischen gebe es rund 21.000 Teilnehmer und die Zahlen stiegen weiter. Die Kundgebung, die noch bis zum Abend dauern sollte, verlaufe bislang friedlich. Die Beamten hätten lediglich in einigen Fällen das Schwenken von Fahnen mit "verbotener Symbolik" unterbunden.
Zu der Veranstaltung hatten verschiedene Kurdenverbände aufgerufen. Sie wollen insbesondere auf die Lage in der nordsyrischen Stadt Kobane aufmerksam machen. Dort kämpfen kurdische Milizen gegen IS-Anhänger, die die Stadt einnehmen wollen. Unterstützt werden die Kurden durch eine von den USA angeführte Koalition mit Luftangriffen auf IS-Stellungen. Auch am Samstag wurden aus Kobane heftige Kämpfe gemeldet.
Wegen der Lage in der Stadt hatten Kurden in Deutschland bereits in den vergangenen Tagen mehrmals Kundgebungen organisiert und mehr Unterstützung im Kampf gegen die Islamisten gefordert. Bei den Demonstrationen kam es teilweise zu Zusammenstößen mit radikalislamischen Salafisten.

Im Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) um die syrische Grenzstadt Kobane wird die Lage der kurdischen Milizionäre dort immer verzweifelter. Am Samstag intensivierten die Dschihadisten ihre Angriffe und nahmen nach Angaben von Aktivisten die Kämpfer der kurdischen Volksschutzeinheiten von drei Seiten in die Zange.

In Deutschland sind seit dem IS-Verbot inzwischen Ermittlungsverfahren gegen mehr als 200 mutmaßliche Unterstützer oder Kämpfer der Terrormiliz eingeleitet worden.

Der kurdische Aktivist Farhad al-Schami berichtete der Deutschen Presse-Agentur am Telefon aus der umkämpften Enklave an der Grenze zur Türkei, es gebe heftige Gefechte im Süden, Westen und vor allem im Osten der Stadt. Den nur mit leichten Waffen ausgerüsteten kurdischen Kämpfern sei es gelungen, während der Nacht mindestens sieben Angriffe der Dschihadisten im Südwesten zurückzuschlagen.

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Strafverfahren gegen 200 mutmaßliche Unterstützer aus Deutschland

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