Länderbericht
IWF sieht US-Wachstum durch Euro-Krise gefährdet

Der Internationale Währungsfonds erwartet große Risiken für die US-Wirtschaft. Um den Abwärtstrend zu stoppen, empfiehlt er ein höheres Haushaltsdefizit für 2013. Außerdem müsse die Schuldenobergrenze angehoben werden.
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Washington/BerlinDie Euro-Staatsschuldenkrise bedroht nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) auch das US-Wachstum. "Die Vereinigten Staaten bleiben anfällig für eine Ansteckung bei einer Verschärfung der Schuldenkrise im Euro-Raum", heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten IWF-Bericht. Der Fonds nahm seine Wachstumsschätzungen für die US-Wirtschaft leicht auf 2,0 (bislang 2,1) Prozent für dieses Jahr und auf 2,3 (zuvor 2,4) Prozent für das nächste Jahr zurück. Insgesamt bleibe der US-Aufschwung "lau und erhöhten Abwärtsrisiken ausgesetzt".

Um einem Abwärtstrend entgegenzuwirken, empfiehlt der IWF eine Reihe von politischen Maßnahmen. Zum einen müsste Präsident Barack Obama die von ihm vorgesehene Reduzierung des Haushaltsdefizits um drei Prozentpunkte für das Steuerjahr 2013 nach unten korrigieren, heißt es in dem Bericht. Obama hatte eine Senkung von 8,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf 5,5 Prozent vorgesehen.

Die IWF-Experten erwarten, dass das Defizit für das kommende Steuerjahr um einen Prozentpunkt niedriger ausfällt, also rund 7,5 Prozent. Auch in einem solchen Fall ginge die Reduzierung auf 5,5 Prozent angesichts der schwachen Wirtschaft ihrer Ansicht nach aber zu schnell. Die Schuldenlast sollte demnach lediglich auf 6,25 Prozent gesenkt werden. Außerdem mahnte der IWF in seinem Bericht eine rasche Erhöhung der Schuldenobergrenze und eine Einigung im Streit um die US-Steuer- und Ausgabenpolitik an. Sollte es keine Einigung zwischen den Parteien geben, könnte das 2013 zu weiteren Risiken für die US-Wirtschaft führen.

Die große Herausforderung der US-Politik sei, die begrenzten finanzpolitischen Spielräume so effektiv wie möglich zu nutzen, um das Wachstum kurzfristig zu unterstützten, erklärte der Fonds. Zugleich müsse aber ein glaubwürdiger Plan zur Sanierung des US-Staatshaushalts ausgearbeitet und vorgelegt werden. Auch die Finanzreformen müssen abgeschlossen werden.



Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Länderbericht: IWF sieht US-Wachstum durch Euro-Krise gefährdet"

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  • Na ja,

    einer muss ja für Obama die Wahlkampftrommel schlagen. Da ist sich der IWF gerade blöd genug, aber er wird ja sowieso von Amerika beherrscht. Also verständlich, dass der Euro-Raum und insbesonder DEUTSCHLAND SCHULD IST, wenn OBAMA nicht mehr sagen kann:YES WE CAN. Denn: nichts kann er, die leere Hose!

  • @Rechner

    Die USA sind nicht nur Pleite sondern am Ende..daher auch die Eurokrise. Europa wird ein gefundenes Fressen für die angelsächsischen Papierschnipsel Milliardäre. Die USA sind der Pleitestaat ohne Wirtschaft und Konkurenzfähigkeit Nr. 1. Die Welt sollte die USA ignorieren dann gehen nicht nur die Lichter aus sondern es wird Aufstände geben die die USA noch nicht erlebt hat. Wenn es nicht zu beschissen läuft in den nächsten 1-3 Jahren dann werden die Staaten der Welt, vor allem die USA auf ihre Plätze verwiesen. USA ist Hollywood, alles nur schein, nichts dahinter.

  • HAHAHA! Selten so gelacht wie über solch wirklich dümmliche Aussagen/Analysen! Die USA haben sich doch völlig alleine in diese Scheisse geritten. Die Euro-Krise wird nun nur instrumentalisiert um über das völlige Versagen der US-Regierung hinwegzutäuschen! Jahrzehntelang hat man auf Kosten der restlichen Welt gelebt und ausser der Wallstreet die mit LUFT handelt gibts auch nicht mehr viel in America! Deutlicher kann man nicht erkennen wie sehr America abgewirtschaftet wurde - Niemand sonst ist dafür verantwortlich zu machen.

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