Land steckt in schwerer Wirtschaftskrise
Tote bei Generalstreik in Dominikanischer Republik

Sechs Menschen sind am Dienstag beim Generalstreik in der Dominikanischen Republik ums Leben gekommen. Die Streiks richten sich gegen die Wirtschaftspolitik von Präsident Hipólito Mejía.

HB SANTO DOMINGO. Wie Gewerkschaftsvertreter mitteilten, wurden bei Zusammenstößen mit dem Militär in verschiedenen Orten des Landes mindestens fünf Demonstranten erschossen. Fernsehberichten zufolge wurde außerdem ein Soldat in Santo Domingo von einer Kugel tödlich getroffen. Mehrere Dutzend Menschen wurden verletzt.

Der eintägige Generalstreik, zu dem ein breites Bündnis aus Gewerkschaften und Oppositionsgruppen aufgerufen hatte, richtete gegen die Wirtschaftspolitik von Präsident Hipólito Mejía. Während des Streiktages wurden Handel und Verkehr den Berichten zufolge in weiten Teilen des Landes lahm gelegt. Streikführer Fidel Santana bezeichnete den Generalstreik am Abend als Erfolg. Man habe der Regierung eine 30-Tage-Frist gesetzt, um auf die Forderungen der Gewerkschaften zu antworten.

Die Dominikanische Republik, die vor wenigen Jahren noch mit den höchsten Wachstumsraten Lateinamerikas glänzte, steckt in einer schweren Wirtschaftskrise. Diese wurde durch einen betrügerischen Bankenkonkurs Anfang dieses Jahres noch verschärft. Die Folge davon waren Kapitalflucht, eine Abwertung des Peso um etwa die Hälfte und eine galoppierende Inflation. Nach der Privatisierung des Energiesektors sind außerdem die Strompreise so drastisch gestiegen, das viele Dominikaner ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können.

Proteste wie am Dienstag, bei denen sich der Volkszorn Luft macht, sind in der Dominikanischen Republik recht häufig. Polizei und Armee stehen im Ruf, schnell von der Schusswaffe Gebrauch zu machen. Augenzeugen berichteten, dass die Sicherheitskräfte am Dienstag mit Tränengas, Schrotladungen und Kugeln schossen, sobald Demonstranten versuchten, Barrikaden aus alten Autoreifen anzuzünden.

Präsident Mejía bedauerte am Abend die Gewaltausbrüche, sagte aber, es handele sich nur um „isolierte Akte“. Die Bevölkerung insgesamt habe sich beim Generalstreik umsichtig verhalten. Die Dominikanische Republik ist das größte Touristenziel in der Karibik. Pro Jahr kommen rund 2,5 Millionen ausländische Gäste. Unter ihnen waren in den vergangenen Jahren jeweils zwischen 250 000 und 400 000 Deutsche.

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