Land zwischen Modernisierung und Autokratie
Kommentar: Russland bleibt volatil

Soweit voran Russland unter Präsident Wladimir Putin auch gekommen ist, das Land bleibt volatil. Der blutige Anschlag in Südrussland kurz vor der Dumawahl am Sonntag sollte allzu voreiligen Optimisten als Warnsignal dienen - unmittelbar vor der Dumawahl, bei der es um alles oder nichts geht.

Um nichts, weil von vorne herein feststeht, dass die kremltreuen Parteien gestärkt werden. Aber gleichzeitig auch um alles, weil die Art und Weise des Wahlprozesses Hinweise gibt, wohin Putin das Land steuert. Bislang hielt er geschickt die Balance zwischen Modernisierung und Autokratie.

Doch zeigt der Fall Yukos, dass Putin neben dem pragmatischen Modernisierer auch der machtfixierte Geheimdienstler ist, dem Kontrolle über alles geht und der im Zweifel immer die Politik über die Wirtschaft stellt. Kurzfristig mag das gut gehen, aber schon auf mittlere Sicht beschädigt dieser russische Weg einer gelenkten Demokratie und eines gegängelten Marktes das Wachstumspotenzial des Landes.

Georg Watzlawek
Georg Watzlawek
Handelsblatt Online / Ressortleiter Wirtschaft und Politik
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