Libanon
Hisbollah mäkelt an deutschem Marine-Einsatz

Der Hisbollah-Miliz passt der Einsatz der deutschen Marine vor der libanesischen Küste nicht. Ein Abgeordneter der schiitische Bewegung warf der Bundesregierung vor, einseitig die Interessen Israels zu vertreten. Doch Berlin hat mit der Libanon-Mission zurzeit ganz andere Probleme.

HB BEIRUT. Die Hisbollah sieht dem geplanten Einsatz der deutschen Marine vor der libanesischen Küste mit Skepsis entgegen. Hussein Hadsch Hassan, der für die schiitische Bewegung als Abgeordneter im Parlament sitzt, sagte in Beirut: „Unsere Bedenken betreffen die deutsche Forderung, Boote zu durchsuchen, die den Libanon ansteuern, (...) denn diese Forderung beeinträchtigt die Souveränitat des Libanons.“

Der Bundesregierung warf der Abgeordnete außerdem vor, sie vertrete einseitig die Interessen Israels in der Region und habe vergessen, dass der jüdische Staat den Libanon im Juli angegriffen habe. Gleichzeitig betonte Hadsch Hassan, „die Hisbollah ist nicht gegen die deutsche Regierung und hat großen Respekt vor dem deutschen Volk, aber sie will, dass die Regierung ihre Haltung gegenüber dem Libanon überdenkt.“

Die libanesische Regierung will Deutschland um die Entsendung deutscher Marinesoldaten zur Sicherung der Mittelmeerküste bitten. Beirut werde die Truppen- Anforderung aber erst dann nach Berlin und zu den Vereinten Nationen in New York schicken, wenn Israel seine Seeblockade gegen den Libanon aufhebe, sagte am Dienstag ein Mitarbeiter von Ministerpräsident Fuad Siniora. Zudem sollten die deutschen Schiffe mindestens sieben Seemeilen von der libanesischen Küste entfernt im Mittelmeer kreuzen.

In der Bundesregierung wurde prompt vermutet, dass die Hisbollah diese Bedingungen durchgesetzt hat. Denn mit beiden Punkten hat die Regierung in Berlin Schwierigkeiten. Ein sofortiges Ende der Seeblockade Israels würde bedeuten, dass es drei Wochen ein Überwachungsvakuum vor der libanesischen Küste geben könnte. Denn alles in allem wäre die deutsche Marine erst rund 21 Tagen nach einem Kabinettsbeschluss vor der libanesischen Küste.

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