Libanon-Krise
Hisbollah – "Partei des Teufels"

Die israelische Armee setzt ihren Kampf gegen die radikal-islamische Hisbollah fort. Die "Gottespartei" gerät unterdessen auch in der islamischen Welt unter Kritik. In Deutschland hält sich das Interesse an der Teilnahme an einer Blauhelmarmee in Grenzen.

HB BEIRUT/KAIRO/BERLIN. Insgesamt 4 000 israelische Geschosse sind am Samstag binnen sieben Stunden in Dörfern im Südlibanon eingeschlagen. Wie die libanesische Polizei weiter mitteilte, wurden 15 Dörfer unter Feuer genommen, die östlich der Hafenstadt Tyrus etwa fünf Kilometer von der Grenze zu Israel entfernt liegen. Bei dem bislang schwersten Beschuss seien 15 Menschen verletzt worden. Die meisten Bewohner seien bereits geflüchtet. Israel hat angekündigt, dass es grenznahe Dörfer, die als Hochburgen der Hisbollah-Miliz gelten, zerstören will, um im Süden eine Sicherheitszone einzurichten. Nach Polizeiangaben nahmen israelische Soldaten im Grenzdorf Dheira außerdem zwei Männer gefangen.

Die israelische Luftwaffe hat am Samstag Flugblätter über Sidon abgeworfen, in denen die Einwohner zum Verlassen der drittgrößten libanesischen Stadt aufgefordert werden. Damit sollte die Bevölkerung vor einem bevorstehenden israelischen Angriff gewarnt werden, wie die Streitkräfte in Jerusalem mitteilten. Es gehe darum, bei den Luftangriffen auf Stellungen der Hisbollah-Miliz zivile Opfer so weit wie möglich zu vermeiden.

Geistlicher wendet sich gegen Hisbollah

Die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah (“Partei Gottes“) spalten zunehmend die muslimische Welt: Ein ranghoher sunnitischer Geistlicher aus Saudi-Arabien erließ am Samstag eine Fatwa gegen die schiitische Miliz. Die Hisbollah sei „die Partei des Teufels“, heißt es in dem verbindlichen Religionsedikt, das Scheich Safar al Hawali auf seiner Web-Site veröffentlichte. Niemand solle mehr für die Hisbollah-Kämpfer beten, erklärte Al Hawali, dessen Lehre auch Al-Kaida-Führer Osama bin Laden beeinflusst hat.

Bereits vor einer Woche hatte ein anderer Scheich in Saudi-Arabien dazu aufgerufen, die Hisbollah nicht länger zu unterstützen. In muslimischen Ländern haben in den vergangenen Tagen tausende Menschen für die schiitische Miliz demonstriert, darunter auch in überwiegend sunnitischen und eher westlich ausgerichteten Staaten wie Jordanien. Auch die Regierung Saudi-Arabiens, die die Entführung zweier israelischer Soldaten durch die Hisbollah - den Auslöser der Offensive - zunächst verurteilt hatte, fordert ein sofortiges Ende der israelischen Angriffe.

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