Libyen
Auch Chef der Ölgesellschaft kehrt Gaddafi den Rücken

Langsam wird es einsam um Muammar al-Gaddafi. Schokri Ghanem, Chef der nationalen Ölgesellschaft, ist zu den Regimekritikern übergelaufen. Damit ist er der ranghöchste Libyer, der die Seiten gewechselt hat.
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RomImmer mehr Spitzenkräfte kehren dem libyschen Machthaber Muammar Gaddafi den Rücken. Am Mittwoch kündigte der Chef der nationalen Ölgesellschaft, Schokri Ghanem, dem langjährigen Herrscher die Gefolgschaft auf. Er begründete seinen Schritt auf einer Pressekonferenz in Rom mit einer unerträglichen Gewalt in dem nordafrikanischen Land. Er unterstütze "den Kampf der libyschen Jugend für einen Verfassungsstaat", wisse aber noch nicht, ob er mit den Rebellen zusammenarbeiten wolle. Wegen des westlichen Embargos sei die Ölförderung in Libyen praktisch zum Erliegen gekommen.

Ghanem ist einer der ranghöchsten Libyer, die im Machtkampf zwischen Gaddafi und den Rebellen die Seiten gewechselt haben. Erst Anfang der Woche waren mehrere hohe Offiziere, darunter fünf Generale, übergelaufen. Mit ihnen hätten mehr als 100 Militärs die Zusammenarbeit mit dem seit 40 Jahren über Libyen herrschenden Gaddafi beendet, erklärten sie ebenfalls in Rom.

Ghanem sagte, noch gebe es die Chance, friedlich über das Schicksal von Gaddafis Herrschaft zu entscheiden. Er selbst werde sein Land in Zukunft nicht mehr bei den Treffen der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) vertreten. Ghanem, dessen Aufenthaltsort mehrere Tage nicht bekannt war, erschien zu der Pressekonferenz mit dem ebenfalls übergelaufenen libyschen Botschafter in Italien.

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  • Die Ratten verlassen das sinkende Schiff, das ist eine gute Nachricht für alle, die Freiheit liebende Menschen. Das Merkel und Frau Westerwelle haben sich ein weiteres Mal als Versager bestätigt, indem sie sich auf die Seite von Russland und China geschlagen haben. Mich wundert immer mehr wie es sein kann, dass diese "Flaschen leer" noch nicht zurückgetreten worden sind.

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