Libyen-Konflikt
Gaddafi ruft zum Kampf um Tripolis auf

In Libyen wird die Lage immer unübersichtlicher. Machthaber Muammar al-Gaddafi ruft zum Kampf auf. Seine Ansprache wird plötzlich unterbrochen. Indessen landen zwei Flugzeuge aus Südafrika in Tripolis.
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Tunis/Doha/Tripolis Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi hat angesichts der weiter vorrückenden Rebellentruppen nochmals zum Kampf um Tripolis aufgerufen. Während immer größere Teile der Hauptstadt in die Hände der Aufständischen fielen, wandte sich Gaddafi am späten Sonntagabend zum dritten Mal an diesem Tag an seine Anhänger. In einer Audio-Botschaft beschwor er im Staatsfernsehen seine Anhänger: „Ihr müsst auf die Straße gehen, um die Ratten und Verräter zu bekämpfen. Alle Stämme müssen nach Tripolis marschieren, um es zu beschützen. Wenn nicht, werdet Ihr Sklaven der Kolonialisten werden.“

Plötzlich stoppte seine Stimme. Für die Unterbrechung der Nachricht gab es keine Erklärung. Unklar war, von wo aus Gaddafi gesprochen hatte.

Unterdessen berichtete der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira, dass angeblich zwei Flugzeuge aus Südafrika in Tripolis gelandet sein sollen. Südafrika gilt als eine mögliches Exil für Gaddafi und seine Familie. Vor einigen Tagen waren Spekulationen über die Entsendung von Flugzeugen nach Tripolis von Pretoria noch dementiert worden

Die libyschen Rebellen setzten laut Al-Dschasira auch den ältesten Sohn von Machthaber Muammar al-Gaddafi fest. Mohammed al-Gaddafi habe sich am Sonntagabend ergeben, berichtete ein Sprecher der Aufständischen dem arabischen Nachrichtensender.

Zuvor hatten die Rebellen bereits die Festnahme der beiden Söhne Saif al-Islam und Al-Saadi gemeldet. In der Rebellenhochburg Bengasi wurde die Berichte über die Festnahme der Söhne Gaddafis mit frenetischem Jubel und Feuerwerk begrüßt.

Wie Al-Dschasira weiter berichtete, gingen in Tripolis Tausende Menschen auf die Straße, um zu feiern. Auch aus anderen Städten Libyens gab es Berichte über jubelnde Menschenmassen. Mohammed al-Gaddafi leitete zuletzt das staatliche Post- und Fernmeldeunternehmen. Zudem besaß er zwei libysche Mobilfunk-Anbieter und führte das Nationale Olympische Komitee. Gegen seinen jüngeren Halbbruder Saif al-Islam hatte der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag kürzlich ebenso wie Muammar al-Gaddafi Haftbefehl wegen schwerer Kriegsverbrechen erlassen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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