Libysches Staatsfernsehen
TV zeigt für tot erklärten Gaddafi-Sohn

Die Rebellen haben Gaddafis Sohn Chamis für tot erklärt, doch die libysche Regierung dementiert diese Aussage vehement. Jetzt hat das Staatsfernsehen Bilder ausgestrahlt, die den vermeintlich Toten zeigen sollen.
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TripolisDas libysche Staatsfernsehen hat Bilder gesendet, die den von den Rebellen für tot erklärten Gaddafi-Sohn Chamis zeigen sollen. Die in der Nacht zum Mittwoch ausgestrahlten Aufnahmen lassen ein Mann in Offiziersuniform erkennen, der wie der Sohn des Machthabers Muammar al-Gaddafi aussieht und verletzte Soldaten in einem Krankenhaus besucht. Die Rebellen hatten wiederholt den Tod des Befehlshabers einer Eliteeinheit der Gaddafi-Streitkräfte verkündet, zuletzt in der vergangenen Woche.

Widersprüchlich blieben die Informationen über ein Nato-Bombardement bei Slitan, 160 Kilometer östlich von Tripolis, bei dem nach Angaben des Gaddafi-Regimes 85 Zivilisten getötet wurden. Die Nato hatte am Dienstag ausdrücklich erklärt, bei Slitan einen zur Armeebasis umfunktionierten Landwirtschaftsbetrieb angegriffen zu haben, ohne dass es dabei zivile Opfer gegeben habe.

Die Pressebehörden in Tripolis brachten die dort tätigen ausländischen Journalisten zum Schauplatz des Bombardements. In den Trümmern liegende Gegenstände wie Betten und Schulbücher würden auch auf eine zivile Nutzung des Objekts hindeuten, berichtete ein BBC-Reporter am Mittwoch, der an der geführten Tour teilnahm.

Im Leichenschauhaus von Slitan wurden den Journalisten 30 Getötete gezeigt, die meisten von ihnen Männer im wehrfähigen Alter. Aber auch zwei Kinder und zwei Frauen seien darunter gewesen. Eine verletzte 15-Jährige im Krankenhaus von Slitan sagte dem Reporter, ihre Mutter und vier weitere Angehörige seien bei dem Luftangriff getötet worden. Sie seien alle Zivilisten gewesen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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