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Das Grauen von Paris

Nach den Terroranschlägen in Paris trauern die Menschen weltweit um mindestens 129 Opfer. Hier die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

Nach den Terroranschlägen in Paris trauern die Menschen weltweit um mindestens 129 Opfer. Ermittler suchen nach Hinweisen auf die Attentäter – die Stadt ist im Ausnahmezustand. Hier die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

+++ Das Wichtigste vom Tage in Kürze +++

  • Die Terroranschläge von Paris mit mindestens 129 Toten sind von Extremisten verübt worden, die in drei Gruppen unterwegs waren und sich offenbar abstimmten.
  • Insgesamt erlitten 352 Menschen Verletzungen, 99 befanden sich am Samstagabend in kritischem Zustand.
  • Sieben Attentäter hätten sich in die Luft gesprengt, was in Frankreich eine neue Terrortaktik ist.
  • Die Terrormiliz Islamischer Staat hat sich verantwortlich für die Anschläge an sechs Orten gezeigt.
  • Einem Attentäter ist es nicht gelungen, ins Stade de France zum Länderspiel Frankreich gegen Deutschland zu kommen.
  • Frankreich will seinen Kampf gegen den IS mit noch größerer Härte fortführen.
  • Eine Spur zu möglichen Hintermännern der Attentäter führt nach Brüssel.

Hier die Ereignisse des Tages zum Nachlesen:

Nach der verheerenden Anschlagsserie von Paris hat Frankreich dem islamischen Terrorismus offen den Krieg erklärt. Die Massaker mit 129 Toten und mehr als 350 Verletzten waren nach ersten Ermittlungen eine minutiös koordinierte Kommandoaktion von Anhängern der Miliz Islamischer Staat (IS). Erste Spuren weisen nach Belgien.

Womöglich wollten die Attentäter ein noch größeres Blutbad anrichten. Nach einem Medienbericht könnte ein Anschlag direkt im mit knapp 80.000 Fans besetzten Stadion versucht worden sein, in dem die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen Frankreich spielte. Lesen Sie hier eine Tageszusammenfassung.

+++ Schweigeminute der US-Demokraten +++

Die demokratische US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton hat die internationale Gemeinschaft nach den Anschlägen in Paris zum gemeinsamen Kampf gegen den Dschihadismus aufgerufen. Die Welt müsse zusammenstehen, um "die radikale dschihadistische Ideologie auszumerzen, die Gruppen wie den IS antreibt", sagte die frühere Außenministerin in Des Moines bei der zweiten TV-Debatte der Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei. Der Schlagabtausch der Demokraten begann mit einer Schweigeminute für die Opfer der Anschlagsserie in Paris.

+++ Attentäter am Stadioneingang von Ordner aufgehalten +++
Die Attentäter von Paris wollten einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge offenbar einen Anschlag direkt im Fußballstadion beim Länderspiel Deutschland-Frankreich verüben. Mindestens ein Attentäter habe ein Ticket für das Spiel gehabt. Er sei von einem Ordner beim Sicherheitscheck aufgehalten worden, berichtet die Zeitung unter Berufung auf einen anderen Ordner und einen Polizisten. Bei dem Attentäter sei etwa eine Viertelstunde nach Spielbeginn am Stadioneingang eine Sprengstoff-Weste entdeckt worden. Beim Versuch zu entkommen, habe der Mann den Sprengstoff zur Explosion gebracht. Der Polizist vermutetet laut „Wall Street Journal“, dass der Angreifer den Sprengstoff im Stadion zünden wollte. Ziel sei vermutlich eine Massenpanik bei den Zuschauern gewesen, hieß es weiter.

+++ 129 Tote und mehr als 350 Verletzte in Paris +++
Bei der Terrorserie in Paris sind nach neuen offiziellen Angaben 129 Menschen getötet worden. Diese Zahl sei angesichts der vielen Schwerverletzten allerdings vorläufig, sagte Staatsanwalt François Molins in der französischen Hauptstadt. Es gebe 352 Verletzte, 99 davon akute Notfälle. Es habe drei Teams von Terroristen gegeben, die koordiniert vorgegangen seien. Sieben Terroristen seien gestorben. Diese benutzten demnach Sturmgewehre des Typs Kalaschnikow. Außerdem hätten sie die absolut gleiche Art von Sprengstoffwesten getragen, sagte Molins.


+++ „Mit gleicher Münze heimzahlen“ +++
Am Abend sagte Premier Manuel Valls im TV, Frankreich sei „im Krieg, weil es angegriffen wird in einer asymmetrischen Auseinandersetzung von gut organisierten Terroristen“. Die Regierung werde zurückschlagen und mit gleicher Münze heimzahlen: „Wir sind entschlossen, sie zu zerstören, hier in Frankreich und im Irak und Syrien.“ Staatspräsident François Hollande werde am Montag vor der Nationalversammlung und dem Senat, die sich zum Kongress vereinen, genauer sagen, wie die Regierung zu handeln gedenke.

+++ Mehrere Festnahmen in Belgien +++
Die belgische Polizei hat bei einem Großeinsatz nach den Anschlägen von Paris mehrere Menschen festgenommen. Das sagte ein Sprecher von Justizminister Koen Geens am Samstagabend nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga. Mindestens eine der Personen war am Freitagabend in Paris, bestätigte der belgische Premierminister Charles Michel. Zuvor durchkämmten die Sicherheitskräfte ein Viertel der Hauptstadt Brüssel. Der Fernsehsender RTBF berichtet von drei noch laufenden Razzien in Molenbeek. Die Boulevardzeitung „La Dernière Heure“ berichtet, die Razzien hätten in den Wohnungen dreier junger Männer stattgefunden, die an den Anschlägen in Paris beteiligt gewesen sein sollen. Aus der französischen Hauptstadt hatten mehrere Augenzeugen berichtet, die Angreifer vom Freitagabend seien in einem Fahrzeug mit belgischem Kennzeichen gekommen.

+++ Höchste Sicherheitsmaßnahmen in Frankreich +++
Nach den Terroranschlägen hat Frankreich „alle Sicherheitskräfte mobilisiert“, wie Innenminister Bernard Cazeneuve sagte. Insgesamt 3000 zusätzliche Soldaten sollen nach Regierungsangaben von Samstagabend in den kommenden drei Tagen zum Einsatz kommen. Alle Bahnhöfe werden überwacht, ebenso die Häfen und wichtige Straßen wie etwa Autobahnen. Auch die Grenzkontrollen wurden verschärft. Frankreich hat die europäischen Partner gebeten, Zug- und Flugreisende auf dem Weg ins Land stärker zu kontrollieren. Die neuen Kräfte werden zusätzlich zu 30.000 Polizisten, Gendarmen und Soldaten abgestellt, die bereits seit Monaten zum Schutz sensibler Einrichtungen im Einsatz sind, wie Cazeneuve erklärte. Behörden können zudem Ausgangssperren verhängen und Versammlungsorte und Gaststätten vorübergehend schließen und Kundgebungen verbieten.



+++Terrorist womöglich über Griechenland eingereist+++
Einer der mutmaßlichen Terroristen von Paris könnte Anfang Oktober als Flüchtling aus der Türkei nach Griechenland gekommen sein. „Der Inhaber des Passes, der an einem Tatort (in Paris) gefunden worden ist, war am 3. Oktober 2015 nach den Regelungen der EU auf der Insel Leros (als Flüchtling) registriert worden“, teilte das Ministerium für Bürgerschutz in Athen am Samstagabend mit. Das Ministerium wisse nicht, durch welche andere Länder der Inhaber des Passes weitergereist sei, hieß es.

+++Bewaffneter Franzose in London festgenommen+++
Am Londoner Flughafen Gatwick ist ein mit einer Schusswaffe bewaffneter Franzose festgenommen worden. Das meldete die britische Polizei am Samstag. Zuvor hatte die Polizei ein Terminal des Flughafens nach dem Fund eines verdächtigen Gepäckstücks geräumt.

+++Staatsanwalt informiert am Abend über die Anschläge+++
Der für Terrorismus zuständige französische Staatsanwalt François Molins hat für Samstagabend eine Pressekonferenz angekündigt. Molins will demnach um 19.00 Uhr im Justizpalast von Paris über die Anschläge vom Freitagabend mit mindestens 128 Toten informieren.

+++De Maiziere: „Deutschland im Fadenkreuz des Terrorismus“+++
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sieht Deutschland nach den Anschlägen von Paris weiter im Visier des internationalen Terrorismus. „Die Lage ist ernst. Jetzt gilt es, zusammenzustehen in Regierung und Parlament, in der Bevölkerung und in Europa“, sagte er am Samstag nach einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und anderen Ministern zu Konsequenzen aus den Terrorattacken von Paris. „Auch Deutschland steht unverändert stark im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus.“

+++Niederlande und Spanien verschärfen Sicherheitskontrollen+++
Die Niederlande haben nach den Terroranschlägen in Paris die Kontrollen an ihren Grenzen und auf allen Flughäfen verschärft. Zugleich wurden die Sicherheits- und Geheimdienste in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Das gab Ministerpräsident Mark Rutte am Samstag nach einer Sondersitzung des Kabinetts in Den Haag bekannt. Er betonte die Solidarität der Niederlande mit Frankreich und bekundete den Opfern der Anschläge und deren Angehörigen tiefes Mitgefühl.

Die Regierung von Spanien hat nach den Anschlägen von Paris eine Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen beschlossen, den Terror-Alarm aber vorerst weiter auf der zweithöchsten Stufe gelassen. Die Sicherheit solle „in einigen Bereichen“ erhöht werden, sagte Innenminister Jorge Fernández Díaz nach einer Dringlichkeitssitzung des Nationalen Sicherheitsrates am Samstag in Madrid. Unter Hinweis auf die nötige Vorsicht wollte er vor Journalisten aber keine Details der geplanten und schon durchgeführten Maßnahmen verraten.

+++Pariser Krankenhäuser behandelten 300 Menschen+++
Die Pariser Krankenhäuser haben nach der Terrorwelle 300 Menschen versorgt. 80 Opfer seien als akute Notfälle behandelt worden, teilte die Krankenhausverwaltung am Samstag mit. 43 Menschen wurden als Zeugen oder Angehörige von Opfern in Behandlung genommen. Bis zum frühen Nachmittag hätten 53 Menschen die Krankenhäuser bereits wieder verlassen können. Die Mehrheit der Betroffenen stehe unter Schock und litt unter Traumata, die eine längerfristige Versorgung nötig machen könnten.

+++Ein Attentäter identifiziert+++
Einer der mutmaßlichen Attentäter in der Pariser Konzerthalle Bataclan ist identifiziert worden. Es handele sich um einen Franzosen, der dem Geheimdienst bekannt war, hieß es am Samstag aus Ermittlerkreisen. Am Freitagabend hatten mindestens acht Angreifer sechs verschiedene Orte in Paris und im Norden der französischen Hauptstadt angegriffen und mindestens 128 Menschen getötet und weitere 300 verletzt.

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