+++Liveblog+++
Israel dementiert Entführung eines Soldaten

Israels Feldzug gegen die Hamas dauert trotz steigender Opferzahlen an. Ministerpräsident Netanjahu will die Offensive sogar noch ausweiten. Der Uno-Sicherheitsrat fordert Waffenruhe. Die Entwicklungen im Liveblog.

Rund zwei Wochen dauert Israels Offensive im Gazastreifen bereits an, ein Ende ist noch nicht absehbar. Fast 500 Tote wurden gezählt, unzählige Menschen sind auf der Flucht, ohne zu wissen wohin. Die Entführung eines israelischen Soldaten durch die radikalislamische Hamas hat die Regierung in Tel Aviv dementiert. Die aktuellsten Nachrichten:

+++Erstmals wieder Raketenangriffe nahe Tel Aviv+++
Erstmals seit drei Tagen haben militante Palästinenser im Gazastreifen wieder den Großraum Tel Aviv mit Raketen angegriffen. Im Stadtzentrum heulten am Montag zweimal in Folge die Warnsirenen. Es waren dumpfe Explosionen zu hören. Nach Angaben der Armee wurden zwei Geschosse von der Raketenabwehr über der Mittelmeermetropole abgefangen. Zuletzt hatte es am Freitagabend Raketenalarm in Tel Aviv gegeben.

+++Friedenspreisträger appellieren an Konfliktparteien+++
Fünf Friedenspreisträger des jüdisch-arabischen Instituts für Verständigung „Givat Haviva“ haben die Konfliktparteien im Nahen Osten zu einem Ende der Gewalt aufgerufen. „Ein wirklicher Frieden entsteht nur durch Verständigung“, heißt es in dem Aufruf von Montag an Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Zu den Unterzeichnern gehören der ehemalige rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) und der ehemalige Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, Hans-Georg Meyer. Sie fordern die Verantwortlichen in Nahost auf, alles zu tun, um die radikalen Kräfte in ihren Reihen zu stoppen. „Givat Haviva“ ist eine Bildungs- und Begegnungsstätte zwischen Tel Aviv und Haifa, die sich für eine friedliche und tolerante Gesellschaft einsetzt.

+++Israelische Soldaten töten palästinensische Eindringlinge+++
Israelische Soldaten haben am Montag nach Militärangaben mindestens zehn Palästinenser getötet, die vom Gazastreifen aus durch einen Tunnel nach Israel gelangten, um dort einen Anschlag zu verüben. Es habe sich um zwei Terrorgruppen gehandelt, erklärte eine Militärsprecherin. Eine sei von einem Kampfflugzeug angegriffen, die zweite von Soldaten beschossen worden. Über israelische Opfer sagte die Sprecherin nichts.

+++Uno-Sicherheitsrat fordert Ende der Kämpfe+++
Der Uno-Sicherheitsrat hat sich sehr besorgt gezeigt angesichts der Eskalation der Gewalt im Gazastreifen, wo die israelische Armee mit einer Bodenoffensive gegen die radikal-islamische Hamas vorgeht. Insbesondere die wachsende Zahl von Opfern sei beunruhigend, erklärte der Rat in der Nacht zum Montag in New York. Bei den Auseinandersetzungen der vergangenen zwei Wochen sind mehr als 400 Menschen ums Leben gekommen, die meisten davon Zivilisten. Die 15 Mitglieder forderten eine sofortige Beendigung der Feindseligkeiten sowie eine Respektierung des Völkerrechts vor allem zum Schutz von Zivilisten, sagte Ruandas Uno-Botschafter Eugene Gasana nach der Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrates.

+++Netanjahu kündigt Ausweitung der Offensive an+++
Ungeachtet der zahlreichen Toten auf beiden Seiten hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine Ausweitung der Bodenoffensive im Gazastreifen angekündigt. „Wir werden nicht aufhören, bis alle Ziele erreicht sind“, sagte Netanjahu am Sonntag in Tel Aviv. Die Hamas sei selbst für die vielen Toten unter den Zivilisten in dem Palästinensergebiet verantwortlich. Es könnten noch „schwere Tage“ bevorstehen, sagte Netanjahu. Die Zerstörung eines Großteils der Tunnel im Gazastreifen kann nach den Worten des israelischen Verteidigungsministers binnen zwei bis drei Tagen abgeschlossen sein.

+++Israel dementiert Entführung eines Soldaten+++
Israel hat dementiert, dass einer seiner Soldaten in der Gewalt Hamas ist. „Diese Meldung ist nicht wahr. Es gibt keinen entführten israelischen Soldaten“, sagte Uno-Botschafter Ron Prosor am späten Sonntagabend (Ortszeit) am Rande der Sitzung des Uno-Sicherheitsrates in New York. Die Hamas hatte zuvor behauptet, ihre militanten Kassam-Brigaden hätten einen Soldaten in ihrer Gewalt und auch einen Namen und eine Dienstnummer genannt. Prosor hatte zuvor die israelische Offensive gegen die Hamas verteidigt. Die radikalislamische Gruppe sei eine reine Terrororganisation. „Israel hat seinen guten Willen bewiesen und ist aus dem Gazastreifen abgezogen. Doch statt mit all dem Geld, das gutmeinende Menschen in der ganzen Welt zur Verfügung gestellt haben, für ihr Volk eine Zukunft aufzubauen, ist ihr einziges Ziel Terror zur Zerstörung ihres Nachbarn Israel.“

+++Zwei US-Bürger in Diensten Israels getötet+++

Bei den Kämpfen im Gazastreifen sind auch zwei US-Bürger in Diensten der israelischen Armee getötet worden. Das teilte das Militär mit. Die beiden jungen Männer im Alter von 24 und 21 Jahren gehören zu den insgesamt 13 gefallenen Soldaten vom Sonntag. Mehr als 430 Palästinenser sind während der seit zwei Wochen anhaltenden Angriffe getötet worden.

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