Luftangriffe im Gazastreifen
Israel droht Hamas mit weiteren Militäraktionen

Israel reagiert mit militärischer Härte auf die anhaltenden Raketenangriffe durch die Hamas. Kampfflugzeuge und -hubschrauber griffen Stellungen im Gazastreifen an. Mindestens zehn Hamas-Kämpfer sollen in den vergangenen Tagen umgekommen sein – und Israel droht mit weiteren Aktionen.

HB GAZA. Israel hat am Freitag erneut Ziele im Gazastreifen angegriffen und der radikal-islamischen Hamas mit weiteren Militärschlägen gedroht. Außenministerin Zipi Liwni kündigte in Jerusalem in Kürze mögliche weitere Reaktionen auf Raketenangriffe an und verwies auf die nächste Kabinettssitzung am Sonntag. Regierungssprecher David Baker sagte, Israel werde mit „nachhaltigen und kräftigen Maßnahmen die Raketenangriffe beenden und die Bedrohung Südisraels beseitigen“. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, dessen Fatah-Bewegung seit einer Woche in schwere Kämpfe mit der Hamas verwickelt ist, rief die USA auf, Israel zu mäßigen.

Kampfflugzeuge und -hubschrauber griffen Stellungen der Hamas im Gazastreifen an, aus denen Raketen auf Israel abgefeuert worden waren. Dabei kam nach Angaben von Sanitätern mindestens eine Person ums Leben. Die israelischen Streitkräfte erklärten, sie hätten Raketen-Stützpunkte attackiert. Acht Kassam-Raketen seien am Morgen auf Israel abgeschossen worden und hätten in der Grenzstadt Sderot ein Haus getroffen. Die israelische Luftwaffe bombardierte zudem am Freitag in Gaza-Stadt ein Auto der radikal-islamischen Hamas. Augenzeugen zufolge wurde dabei ein Hamas-Extremist sowie eine weitere Person getötet.

Zusätzlich zum Einsatz der Luftwaffe, bei dem seit Donnerstagmorgen mindestens zehn Hamas-Kämpfer getötet wurden, hat Israel Panzer und weitere Bodenverbände im Grenzgebiet in Stellung gebracht. Israelische Truppen schlossen unlängst die Ausbildung für einen möglichen Einsatz im Gazastreifen ab. Die Israelis hatten sich 2005 aus dem Gebiet zurückgezogen.

Deutschland forderte als EU-Ratsvorsitzender die palästinensische Führung erneut eindringlich auf, für ein Ende der Raketenangriffe auf Israel zu sorgen und die internen Kämpfe zu beenden. Außenamts-Sprecher Martin Jäger sagte in Berlin, Minister Frank-Walter Steinmeier habe den Kassam-Raketenbeschuss auf Israel aus dem Gazastreifen in einem Telefonat mit Abbas scharf verurteilt. „Wir fordern die palästinensische Führung auf, alles in ihrer Macht stehende zu tun, diesen Angriffen Einhalt zu gebieten“, sagte er. „Wir erwarten insbesondere auch,´dass der palästinensische Ministerpräsident Ismail Hanija sich in diesem Sinne vernehmlich und klar äußern möge.“ Steinmeier ließ sich von Zipi Liwni das Ausmaß der Zerstörungen durch die Kassam-Angriffe auf Sderot schildern.

Hanija, der zu den Führern der Hamas gehört, rief die Palästinenser auf, die internen Kämpfe zu beenden und gemeinsam gegen Israel zu stehen. Dessen ungeachtet kam es erneut zu Gefechten zwischen Kämpfern der Hamas und Fatah, bei denen zwei Menschen getötet wurden, davon ein unbeteiligter Zivilist. Seit Beginn der Auseinandersetzungen am Freitag voriger Woche kamen fast 50 Menschen zu Tode.

Israel hat derweil hohe Hürden für eine Stationierung von Friedenssoldaten im Gazastreifen aufgestellt. Eine für Israel akzeptable Friedenstruppe müsse ernsthaft gegen Terroristen und Waffen in dem Gebiet vorgehen, betonte Außenministerin Zipi Liwni bei einem Treffen mit westlichen Diplomaten. Einem Gesprächsteilnehmer zufolge kommt die Aussage der Ministerin einem höflichen „Nein“ gleich. Israel widersetzt sich seit längerem palästinensischer Forderungen nach der Stationierung von Uno-Blauhelm-Soldaten im Gazastreifen und im Westjordanland. Der jüdische Staat sieht seine Sicherheitsinteressen durch eine solche Truppe gefährdet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%