Machtkampf
Sarkozy setzt UMP-Kontrahenten ein Ultimatum

Frankreichs ehemaliger Präsident Nicolas Sarkozy drängt die Kontrahenten um seine Nachfolge zu einer schnellen Entscheidung. Bis Dienstag müsse eine Lösung für den Machtkampf vorgeschlagen werden.
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ParisIm Machtkampf um den Vorsitz der größten französischen Oppositionspartei UMP hat Ex-Präsident Nicolas Sarkozy den beiden zerstrittenen Kandidaten ein Ultimatum gestellt. Jean-François Copé und François Fillon sollen sich demnach bis Dienstag auf eine Lösung für ihren Streit verständigen. Wenn dies nicht geschehe, werde der frühere Parteiführer Sarkozy beide Rivalen öffentlich für ungeeignet für den UMP-Vorsitz erklären, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Freitagabend unter Berufung auf Parteikreise.

Der Streit um die politische Nachfolge von Sarkozy hält seit fast zwei Wochen an. Nach einer Urabstimmung wurde Copé von parteiinternen Gremien zum Sieger erklärt. Sein Rivale Fillon will das äußerst knappe Ergebnis allerdings nicht akzeptieren. Der 58-Jährige wirft den von Copé-Anhängern dominierten Parteiinstanzen Wahlmanipulationen vor und fordert eine neue Abstimmung.

Am Dienstag traf er sich auf Drängen Sarkozys hin mit Fillon. Sarkozy war bis zu seinem politischen Rückzug nach der verlorenen Präsidentenwahl im Mai unbestrittene Führungsfigur der Partei. Er befürchtet nun ein Auseinanderbrechen des konservativen Lagers. Die Spaltung würde ein mögliche politische Rückkehr schwieriger machen.

Nach Angaben Fillons kann die neue konservative Fraktion im Parlament im Fall einer Neuwahl des Parteivorsitzenden sofort wieder aufgelöst werden. Sie trägt den Namen „Rassemblement-UMP“ (Sammlung-UMP) und übt vor allem in finanzieller Hinsicht Druck auf das UMP-Lager von Copé aus. Hintergrund ist die französische Parteienfinanzierung, die unter anderem von der Zahl der Parlamentarier abhängig ist.

 
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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