Manuel Bauer
„Kunden wird übel mitgespielt“

Deutsche Unternehmen klagen über zunehmende Rechtsunsicherheit und neue Hürden für Investoren in Ungarn. Manuel Bauer, Bereichsvorstand Osteuropa und künftig Konzernvorstand Neue Medien der Allianz über das Versicherungsgeschäft und Kundenversprechen.
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Handelsblatt: Ungarns Regierung hat die privaten Pensionsfonds verstaatlicht, Ihr Unternehmen leidet darunter. Werden Sie sich wehren?

Manuel Bauer: Es ist noch nicht klar, wohin die Reise in Ungarn genau gehen soll. Es gab immer wieder widersprüchliche Informationen. Letztlich wird es wohl darauf hinauslaufen, dass derjenige finanzielle Einbußen hat und seine staatlichen Rentenanteile verliert, der in der privaten Alterssicherung bleibt.

Handelsblatt: Drohen Sie nun mit Klage?

Bauer: Ich glaube nicht, dass da eine Klage hilft. Dramatisch sind die Konsequenzen für die Ungarn. Wir können durch die neuesten Entwicklungen nämlich nicht mehr für eine stabile private Alterssicherung sorgen – und genau darauf vertrauten die Kunden. Wir sind der Marktführer auf diesem Feld in Ungarn.

Handelsblatt: Welche Auswirkungen hat das auf die Geschäftsentwicklung?

Bauer: Wir sehen keine großen Auswirkungen für die Allianz als Unternehmen, denn wichtiger sind für uns die klassischen Versicherungen. Unseren Kunden wird jedoch übel mitgespielt, das ist das große Problem. Wir haben da eine klare Meinung: So kann es nicht gehen.

Handelsblatt: Ist bei Ihnen das Maß so voll, dass Sie Ungarn verlassen werden?

Bauer: Versicherungen sind ein Produkt mit einem langfristigen Versprechen an unsere Kunden. Damit ist klar, dass wir uns nicht vorschnell aus einem Markt zurückziehen können und wollen. Ein Versicherer wie die Allianz hat eine ganz besondere Verantwortung gegenüber seinen Kunden.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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