Massaker von Hula
Syrien verlegt sich auf Verschwörungstheorien

Für das Massaker in Hula macht Syriens Regierung Rebellen verantwortlich. Die USA weisen das als Lüge zurück. Sie betonen, dass ein Eingreifen kompliziert würde. Unterdessen reist Annan aus gutem Grund in den Libanon.
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Beirut/Damaskus/New York/WashingtonDie syrische Regierung hat Rebellen für das Massaker in Hula verantwortlich gemacht. 800 aufständische Kämpfer hätten nach einem koordinierten Angriff auf fünf Sicherheitsposten die mehr als hundert Menschen getötet, sagte der Leiter der für die Aufklärung des Massakers zuständigen Untersuchungskommission, Kassem Dschamal Suleiman, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Ziel der Tat sei gewesen, der Regierung die Tat in die Schuhe zu schieben und Spannungen zwischen den Konfessionen zu schüren, , sagte Suleiman. "Regierungstruppen haben die Gegend nicht betreten, in der das Massaker sich ereignete, weder vor dem Massaker noch danach."

Auch der Sprecher des syrischen Außenministeriums, Dschihad Makdissi, erklärte, die Täter hätten versucht, einen Aufruhr im Land zu provozieren. "Es gibt Leute, die Tag und Nacht in dunklen Räumen daran arbeiten, Syrien anzugreifen", sagte Makdeissi und fügte hinzu: "Sie werden keinen Erfolg haben."

Angesichts der internationalen Empörung über das Massaker in Hula - fast die Hälfte der Getöteten waren Kinder - hatte die Regierung eine eigene Untersuchung eingeleitet. Am Freitag, eine Woche nach dem Massaker, sollen in Moscheen im ganzen Land Gebete gesprochen werden, kündigte die Regierung an.

Die USA bezeichneten die Anschuldigungen des Regimes als eine "weitere offensichtliche Lüge". Es gebe keine Beweise, die diese Darstellung unterstützten, sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Susan Rice. Mit "größter Wahrscheinlichkeit" seien die regimetreuen Schabiha-Milizen dafür verantwortlich gewesen. Auch Zeugen hatten berichtet, dass die Schabiha-Kämpfer das Massaker verübt hatten.

Die Region um Hula - eine Gruppe kleiner Dörfchen in der Provinz Homs - ist nach wie vor Angriffen ausgesetzt. Einige der Bewohner seien am Donnerstag geflohen, um einem möglichen neuen Massaker zu entgehen, teilten das Syrische Observatorium für Menschenrechte mit.

Kommentare zu " Massaker von Hula: Syrien verlegt sich auf Verschwörungstheorien"

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  • Die Medien-Lügen sind unerträglich geworden. Alle aktuellen und ehemaligen Politiker sind Heuchler und laufen der Politk der "New World Order" ohne Rücksicht auf Verluste hinterher.
    Menschen die täglich durch Nato-Bomben in Afghanistan,Irak,Pakistan, aktuell Syrien sterben interessiert diese Verbrecher nicht. Sie führen ein Krieg für die Versklavung der Menschen. Guckt Euch Griechenland an. Spanien, Italien etc. Deutschland wird auch folgen. Die Menschen müssen aufwachen!! Wir leben nicht in einer Demokratie. Unsere Rechte werden immer eingeschränkter und bald werden wir in einem Polizei-Staat leben.
    Die Menschen werden mit unwichtigen Sachen(Fussball,Konsum,Party) beschäftigt gehalten. Bildung geht verloren. Das dumme Fuss-Volk wird eingetrichtert, Spass zu haben und sich nicht um die wesentlichen Dinge, wie Familie zu kümmern. Macht den Fernseher an, dann werdet Ihr sehen, was ich meine. WACHT AUF LEUTE BEVOR ES ZU SPÄT IST.

  • Mit dem Wort Verschwörungstheorie ist man genauso schnell bei der Hand wie mit der Einstufung als Rechtsradikaler.
    Die Lügen USraels werden von unserer freien(?)Presse als Sprachrohr weiterverbreitet.
    Die vierte Gewalt ist in der Hand der Eliten; das Handelsblatt war einmal eine Ausnahme weshalb ich es regelmässig bezogen habe, leider schwimmt man heute im "main-stream" mit und will immer politisch korrekt sein.
    Schade.

  • Für mich war es ein geplantes Massaker, schließlich wurden die Leute zusammengetrieben und gefesselt.

    Und für mich macht dieses Massaker nur für eine Seite Sinn, für die Rebellen.

    Warum sollten die Regierungssoldaten kleine Kinder, die nicht einmal Waffen tragen können, töten?
    Damit sie deren Verwandte aufbringen und so die Zahl der Rebellen mehren?

    Andersrum sieht der Nutzen anders aus, dafür musst man nur die Medien anschauen.

    Schon im alten Rom war auf der Suche nach den Schuldigen die erste Frage: Cui bono (Wem nutzt das)?

    Solche Fragen als Ablenkung oder als Verschwörungstheorie der Syrer abzukanzeln, zeigt die Parteilichkeit der Berichterstattung.
    Denn intelligente Menschen, und zu denen zähle ich die in den Redaktionsstuben, sollten die genannten Fragen auch gekommen sein.

    Wie heißt es schon seit Menschengedenken?
    "Die Wahrheit stirbt im Krieg zuerst"!

    Das trifft sicher auch auf die Propaganda des Westens zu, die auf Zuruf der syrischen Opposition, vielleicht mit logistischer Lügenhilfe aus den CIA Büros, jegliches Statement als Wahrheit verkauft.
    Vielleicht mit einem kleinen "Hintertürchen", weil man im letzten Satz, wenn der Leser schon sein Urteil gefällt hat, einen kleinen Hinweis auf die "Quellen" gibt.

    Für mich ist die einseitige Berichterstattung inzwischen ein Zeichen des Versagens der Presse als neutrale Institution.
    Das war im Vienamkrieg anders.

    Wie einseitig und unkritisch die Presse berichtet, kann man auch an meiner Eingangskritik festmachen.
    Die Gedankengänge haben in der Presse keine Chance obwohl sie alles andere als abwegig sind.

    Ich erinnere an ähnliche Vorkommen:
    Der CIA hat, wie man heute weis, im Vietnamkrieg seine eigenen Leute mit Bomben in die Luft gejagt, als Anschläge von "Charly" getarnt, um die Kriegsmoral aufrecht zu erhalten.

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