Massive Ausschreitungen
Randalierer stören friedliche Proteste gegen Nato

Es sollten friedliche Demonstrationen gegen den Nato-Gipfel werden. Doch einige Hundert Randalierer zerstörten die Hoffnung auf einen gewaltfreien Protest. Steine, Flaschen und Molotow-Cocktails flogen. Zahlreiche Gebäude gingen in Flammen auf. Trotz riesigen Polizeiaufgebots hinterließen die Randalierer in Straßburg eine Spur der Verwüstung.

dpa STRASSBURG. Häuser gingen in Flammen auf, Molotow-Cocktails flogen, beißendes Tränengas lag in der Luft: Hunderte Randalierer haben am Samstag die friedlichen Anti-Nato-Demonstrationen überschattet. In einem der ärmsten Stadtteile Straßburgs, Rheinhafen ("Port-du-rhin"), hinterließen sie eine Spur der Verwüstung. Insgesamt gut 16 000 friedliche Nato-Gegner gingen in Straßburg und Kehl anlässlich des Jubiläums-Gipfels zum 60-jährigen Bestehen des Nordatlantischen Verteidigungsbündnisses auf die Straße. Die Organisatoren des insgesamt viertägigen "Gegen-Gipfels" distanzierten sich von der Gewalt. Nach Angaben der französischen Innenministerin Michèle Alliot-Marie gab es in der Bevölkerung keine Verletzten.

Nach Angaben der Polizei wurden 34 Demonstranten verletzt, von denen 18 in ein Krankenhaus gebracht wurden. Zehn von ihnen konnten bislang wieder entlassen werden. Acht Polizisten wurden leicht verletzt. Es gab zahlreiche Festnahmen. Eine abschließende Bilanz lag zunächst nicht vor.

Nur wenige Stunden, nachdem sich die 28 Nato-Staats - und Regierungschefs auf der "Brücke-der-zwei-Ufer" - einer Fußgängerbrücke neben der Europabrücke - zum symbolischen Handschlag getroffen hatten, bildeten sich über dem Straßburger Rheinufer große Rauchsäulen. Ein Hotel, eine Apotheke, ein altes Zollhaus und ein Tourismusbüro gingen in Flammen auf. Zunächst friedlich hatte sich am Morgen der Demonstrationszug mit gut 10 000 Menschen in Richtung Europabrücke in Bewegung gesetzt. Nach Angaben der Organisatoren waren es gut drei Mal so viele. "Bildung statt Bomben" stand auf den Plakaten, oder "Nein zur Nato - Nein zum Krieg".

Auf deutscher Seite marschierten in Kehl mehr als 6000 Nato-Gegner auf die Brücke zu. Beide Demo-Züge wollten sich am frühen Nachmittag zu einer Großdemonstration zusammenschließen. Nach der Eskalation der Gewalt auf französischer Seite riegelte die Polizei die Grenzen ab. Die Demonstranten auf deutscher Seite blieben in Kehl, wo die Proteste am Nachmittag friedlich zu Ende gingen.

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