Medienbericht
EZB-Ratsmitglied drängt Spanien zu Finanzhilfe

Die Rendite für zehnjährige spanische Anleihen hat jüngst wieder rund sechs Prozent erreicht. Daher fordert EZB-Ratsmitglied Luc Coene Spanien auf, unter den Rettungsschirm zu schlüpfen.
  • 4

BrüsselEZB-Ratsmitglied Luc Coene plädiert einem Pressebericht zufolge dafür, dass Spanien unter den Euro-Rettungsschirm schlüpft. „Spanien sollte dringend Hilfe beantragen“, sagte der belgische Notenbankchef laut der Zeitung „De Standaard“ auf einer Veranstaltung an der Universität Ghent. Er äußerte sich demnach besorgt darüber, dass die Rendite für zehnjährige spanische Anleihen jüngst wieder rund sechs Prozent erreicht hatte.

Falls es erneut zu Turbulenzen an den Märkten stelle sich die Frage, welche Munition die Europäische Zentralbank (EZB) noch dagegen in petto habe. Die EZB hat unter den Rettungsschirm schlüpfenden Schuldenländern Hilfe durch Anleihenkäufe am Sekundärmarkt angeboten. Spanien, das unter hoher Schuldenlast ächzt, hat sich bislang nicht zu einem Antrag auf Hilfe aus dem Rettungsfonds ESM durchringen können.

Laut Zeitung äußerte Coene auf der Veranstaltung auch Sympathie für die Idee, dass Griechenland zumindest ein Teil seiner Schulden erlassen werden sollte, um mittelfristig eine nachhaltige Sanierung des Landes zu gewährleisten. Deutschland und der Internationale Währungsfonds (IWF) liegen in dieser Frage überkreuz. Während der IWF die öffentlichen Gläubiger Griechenlands zu einem teilweisen Schuldenschnitt auffordert, sind die Eurogruppe und auch die Bundesregierung gegen eine solche Maßnahme. Auch die EZB lehnt sie ab. Griechenland hatte dieses Jahr bereits mit den Privatgläubigern einen freiwilligen Schuldenschnitt vereinbart. Dabei verzichteten die Inhaber der Anleihen im Volumen von 206 Milliarden Euro auf insgesamt 53,5 Prozent des Nominalwerts der Papiere.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Medienbericht: EZB-Ratsmitglied drängt Spanien zu Finanzhilfe"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Spanien wird sich erst dann untern Schirm treiben lassen, wenn sie unbegrenztes Geld ohne Auflagen erhalten.

  • Nix da...keiner soll mehr unter den "Rettungs"????-Schirm schlüpfen. Der rettet gar nichts.
    Weg mit dem EURO und weg mit Rettungsschirmen und europäischer Gelddruckmaschinerie.
    Solange der EURO weiter besteht wird es kein Ende der europäischen Krise geben.
    Und je länger damit gewartet wird, desto mehr wird dem europäischen Wirtschafts- u. Sozialsystem Schaden zugefügt.
    Jegliches Vertrauen der Bürger in eine sozial und finanziell abgesicherte Zukunft wurde bereits verspielt.
    Diesen Weg weiter zu beschreiten bedeutet das totale Chaos in Europa zu schaffen. Wie blind muss ich sein als Politiker, das nicht zu erkennen?

  • Vielleicht haben die Parasiten der EZB und Trilateralen Kommission noch nicht begriffen wohin die Reise geht. Mit dem Lotterleben ist jetzt Schluss. Die Bürger der Europäischen Union haben inzwischen begriffen wie unser Geldsystem funktioniert und wer davon profitiert.
    Die ersten paar Millionen sind schon in Griechenland, Spanien, Portugal, Italien, Irland und Belgien aufmarschiert - so viele Knüppel gibt es nicht um alle Bürger zusammen zu schlagen.

    wir werden das Geldsystem anpassen, mit oder ohne die elitären Parasiten. Dieses mal haben die Bürger einen Plan-B.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%