Medienbericht
Papst Franziskus will Erzbischof zum „Vize“ ernennen

Das Kirchenoberhaupt will offenbar seinen Stellvertreter austauschen. Laut eines Medienberichts soll Erzbischof Parolin den bisherigen Kardinalstaatssekretär Bertone beerben.
  • 0

Rom/VatikanstadtPapst Franziskus will offenbar seinen einflussreichen Stellvertreter austauschen. Medienberichten zufolge hat sich das Kirchenoberhaupt für den italienischen Erzbischof Pietro Parolin als neuen Kardinalstaatssekretär entschieden. Der 58 Jahre alte Geistliche und Vatikan-Diplomat soll das Amt von Tarcisio Bertone übernehmen, wie mehrere italienische Medien am Freitag berichteten. Die Personalie werde voraussichtlich am Samstag offiziell bekanntgegeben, hieß es.

Der Kardinalstaatssekretär wird auch als zweiter Mann im Vatikan nach dem Papst bezeichnet. Der 78 Jahre alte Bertone gibt das wichtige Amt den Berichten zufolge aus Altersgründen auf. Er war 2006 von Franziskus' Vorgänger Papst Benedikt XVI. ernannt worden.

Enthüllungen des Dieners von Franziskus-Vorgänger Benedikt XVI. hatten Grabenkämpfe von Anhängern und Gegnern Bertones offenbart. Dem 78-Jährigen werden Fehler, Fehlbesetzungen und Günstlingswirtschaft vorgeworfen. Aber auch Bertone selbst soll über jüngste Entwicklungen verärgert gewesen sein, etwa den Rücktritt der Vatikanbank-Spitze wegen eines Geldwäscheskandals.

Parolin stammt aus dem norditalienischen Vicenza und ist seit 1980 Priester. Er war unter anderem Untersekretär in der Sektion des Vatikans für die Beziehungen mit den Staaten und damit eine Art Vize-Außenminister des Kirchenstaates. Er soll sein neues Amt den Berichten zufolge voraussichtlich Mitte Oktober übernehmen. Auch der Regierungschef der Vatikanstadt, Giuseppe Bertello, ist als Nachfolger Bertones im Gespräch.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Medienbericht: Papst Franziskus will Erzbischof zum „Vize“ ernennen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%