Mehr Bundeswehrsoldaten gefordert
Nato-Partner machen Druck

Die Bundesregierung muss sich auf neue Forderungen der Nato-Partner einstellen, ihr Engagement in Afghanistan zu verstärken.

BERLIN. Nach Informationen des Handelsblatts aus Regierungs- und Fraktionskreisen haben die Nato-Länder Norwegen und Kanada in Berlin bereits nachgefragt, ob die Bundeswehr zusätzlich zu den sechs Aufklärungs-Tornados auch Wiederaufbauteams der Bundeswehr in den umkämpften Süden des Landes schicken könnte.

Der Bundestag entscheidet morgen über die Entsendung der Tornados. Die Bundesregierung rechnet mit einer breiten Mehrheit für das entsprechende Mandat, obwohl mehr als 50 Abgeordnete der schwarz-roten Regierungsfraktionen und viele Oppositionspolitiker angekündigt haben, gegen den Tornado-Einsatz zu stimmen. Sie warnen vor einer direkten Kriegsbeteiligung Deutschlands in Afghanistan.

Bislang sind dort etwa 3000 Bundeswehrsoldaten stationiert, vorwiegend im vergleichsweise sicheren Norden und in der Hauptstadt Kabul. Vor wenigen Tagen hat die Nato ihre „Frühlings-Offensive“ gegen die radikal-islamischen Taliban-Kämpfer im Süden und Osten Afghanistans gestartet. Damit sollen auch in diesen Regionen die Voraussetzungen für einen erfolgreicheren zivilen Aufbau in einem sicheren Umfeld geschaffen werden.

Die Bundesregierung betonte zwar, es gebe keine offizielle Anfrage der Nato nach weiteren Soldaten. Auch bei der Tornado-Entsendung gingen der förmlichen Nato-Anfrage im Dezember 2006 aber wochenlange informelle Sondierungen voraus. „Falls die Bundesregierung geglaubt hat, dass die Tornado-Entsendung weitere Anfragen abblocken würde, hat sie sich geirrt“, sagte der außenpolitische Sprecher der Grünen, Jürgen Trittin, dem Handelsblatt. Tatsächlich haben Länder wie die USA oder Großbritannien, deren Soldaten im umkämpften Süden Afghanistans unter Druck stehen, wiederholt einen größeren Beitrag Deutschlands gefordert. Berlin hatte dies mit Verweis auf die starke Rolle im Norden zurückgewiesen.

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