Mehrere Gefangene zu Tode misshandelt
US-Soldaten folterten Häftlinge in weiteren irakischen Gefängnissen

Nicht nur in Abu Ghraib, sondern auch in anderen irakischen Haftanstalten sind Gefangene misshandelt und getötet worden. Das bezeugen US-Soldaten.

HB BERLIN. Abu Ghraib war offensichtlich nur der Anfang. Amerikanische Soldaten haben bei Verhören auch über Folterungen in weiteren Gefängnissen im Irak gesprochen. In mindestens vier Haftanstalten hätten Angehörige des US-Militärs Insassen gequält, geht aus juristischen Protokollen hervor, die der Nachrichtenagentur AP vorliegen. Mehrere Iraker seien dabei getötet worden.

Im Gefangenenlager At Kaim an der Grenze zu Syrien sei ein ehemaliger irakischer Generalmajor während eines Verhörs in einen Schlafsack gesteckt worden, hieß es. Ein Soldat habe sich dann auf seinen Brustkorb gesetzt und ihm den Mund zugehalten, bis das Opfer erstickt sei. Laut den US-Streitkräften wird der Zwischenfall zurzeit untersucht. Gegen zwei Mitglieder der Armee wird demnach ermittelt.

Den Dokumenten zufolge starb auch im Gefängnis Camp Whitehorse bei Nassirijah ein Häftling an den Folgen von Folterungen. Zwei Marineinfanteristen seien deswegen bereits angeklagt worden, hieß es. Dem Gefangenen sei ein Wirbel gebrochen worden, wodurch ihm die Luft abgeschnitten worden sei. Zudem habe er einen brutalen Fußtritt in den Brustkorb erhalten.

Ein Wachmann aus dem Camp sagte aus, die Gefangenen seien gezwungen worden, bei Temperaturen um 50 Grad zehn Stunden lang aufrecht zu stehen. Lediglich zehn Minuten pro Stunde sei ihnen erlaubt worden sich hinzusetzen. Während der gesamten Zeit hätten sie einen Sack über dem Kopf getragen, ihre Hände seien gefesselt gewesen.

Andere Armeeangehörige bestätigten laut den Protokollen Misshandlungen in zwei Gefängnissen bei Samarra und am Flughafen von Bagdad.

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