Menschenrechtsgruppe hat neues Dokument veröffentlicht
US-Soldaten brachten Iraker mit Elektroschocks zum Tanzen

In den USA sind weitere Fälle von Misshandlungen irakischer Gefangener durch US-Soldaten bekannt geworden.

HB WASHINGTON. In einem am Dienstag von einer US-Menschenrechtsgruppe veröffentlichten Dokument der US-Marine wird unter anderem über eine Scheinhinrichtung und die Folter mit Elektroschocks berichtet. Mehrere US-Soldaten sind danach verurteilt worden, die Höchststrafe lag bei 15 Monaten Haft. Ein Anwalt der American Civil Liberties Union sagte, die von der Gruppe vorgelegten Berichte belegten, dass Misshandlungen im Irak keine Ausnahme, sondern weit verbreitet waren.

Das Papier wurde wenige Wochen nach der Veröffentlichung von Fotos aus dem Bagdader Abu-Ghraib-Gefängnis verfasst, die im Frühjahr wegen der abgebildeten Misshandlungen irakischer Gefangener weltweit für Entsetzen gesorgt hatten. Die beschriebenen Fälle reichen zurück bis zum Mai 2003. Darunter sind eine Reihe bislang noch nicht bekannt gewordener Fälle.

So wird ein Vorfall beschrieben, der sich im April dieses Jahres in Al-Mahmudijah zugetragen hat. US-Soldaten legten demnach Elektrodrähte an der Schulter eines irakischen Gefangenen an und versetzten diesem Elektroschocks, bis er nach Aussage der Täter „zum Tanzen“ gebracht wurde. Vier Soldaten seien unter anderem wegen Grausamkeit zu Haftstrafen zwischen 60 Tagen und 15 Monaten verurteilt worden, hieß es.

In einem anderem Fall ist von vier jugendlichen Plünderern die Rede, die sich vor zwei Gruben knien mussten. Anschließend feuerten US-Soldaten für eine Scheinhinrichtung mehrere Schüsse ab. Andernorts wurden Plünderer in einen verlassenen Panzer eingesperrt oder mit einem Feuerlöscher besprüht. Ein Iraker erlitt Verbrennungen zweiten Grades an den Händen, auf denen ein US-Soldat ein Reinigungsmittel entzündet hatte. Der Soldat sei zu 90 Tagen Haft verurteilt worden.

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