Merkel, Zapatero und Co.
Euro-Krise verdirbt Spitzenpolitikern den Urlaub

Kennen Sie das? Ein Jahr lang auf den Urlaub gefreut - und dann kommt ein Projekt in der Firma dazwischen. Europas Spitzenpolitiker ergeht es nicht anders. Ihr Projekt heißt: Eurorettung.
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Berlin/Sulden/Madrid/DüsseldorfAuf ihrer letzten Pressekonferenz vor dem Urlaub hatte Angela Merkel noch entgeistert mit dem Kopf geschüttelt, als ein Journalist die Worte Urlaub und Brüssel in den Mund nahm. Er wollte wissen, ob die Kanzlerin wegen der Euro-Krise einen Teil ihres Urlaubs in Belgien oder Brüssel verbringen müsse.

Merkels Antwort fiel klar aus: "Es gibt keine konkreten Urlaubsplanungen für Brüssel." Kurz darauf brach sie mit ihrem Ehemann Joachim Sauer in die Dolomiten auf. Dort urlaubt sie in Sulden, einem Dorf in 1.900 Metern Höhe mit 388 Einwohnern und rund 2300 Gästebetten. Noch am Mittwoch traf sich Merkel dort mit dem Extrembergsteiger Reinhold Messner. Der 66-Jährige bewirtete die CDU-Vorsitzende unter anderem mit dünnen Scheiben frischen Yak-Fleisches aus eigener Zucht. Inzwischen hat die Euro-Krise Merkel im Urlaub eingeholt . Am heutigen Freitag spricht die Bundeskanzlerin telefonisch mit Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy über die angespannte Lage in der Euro-Zone.

Auch andere Politiker müssen wegen der Euro-Krise mit dem Urlaub kürzer treten. Spaniens Ministerpräsident Zapatero wollte eigentlich schon am Mittwoch mit seiner Familie in den Südwesten Spaniens aufbrechen, um ein paar ruhige Tage im Donana Nationalpark zu verbringen. Diesen Plan musste er nun notgedrungen verschieben. Stattdessen weilt er weiter in Madrid.

Ähnlich wie Zapatero geht es einigen Zentralbankern. Für sie fällt der Urlaub kürzer aus als geplant: So unterbrachen Bundesbank-Präsident Jens Weidmann und der designierte neue EZB-Chef Mario Draghi ihren Urlaub um am Donnerstag an der EZB-Ratssitzung teilzunehmen. Für Weidmann sollte eigentlich eine Stellvertreterin, Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger, zu der Sitzung kommen.

Trichet hatte sowieso zunächst keinen längeren Urlaub geplant. Gemeinsam mit seiner Frau Aline Rybalka besuchte er aber die Oper in Bayreuth, um dort der Neuinszenierung von Richard Wagners Oper Tannhäuser zu lauschen.

Wolfgang Schäuble ließ derweil über seinen Sprecher die Forderung nach einer Ausweitung des Euro-Rettungsfonds zurückweisen. Der Bundesfinanzminister urlaubt mit seiner Familie derzeit auf der Nordseeinsel Sylt. Dort hat er sich eigentlich eine Mischung aus Sport und Entspannung vorgenommen - und will mit seinem Handbike auf Tour gehen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
Mallien Jan
Jan Mallien
Handelsblatt / Geldpolitischer Korrespondent

Kommentare zu " Merkel, Zapatero und Co.: Euro-Krise verdirbt Spitzenpolitikern den Urlaub"

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  • Zustimmung. Genau so ist es
    Und so eingie,f wie z. B. Barosso und dieser Oli Rehn gebden keine Ruhe, bis sie Detuschladn völlig ezrstört haben.
    Übrigens, ist es imemr ein Irrtum von Pleiten der Länder zu reden.
    Länder gehen nicht pleite, lediglich die Bürger.

  • Ein totes Pferd sollte man nicht zu reiten versuchen, sondern mal sollte absteigen.
    Unsere Politiker kann ich nicht verstehen. Ich kann nichts nachvollziehen, da sie mit dem gesamten deutschen Volksvermögen zocken für ein "politisches Projekt". Und jeder kann erkennen, dass dieses Zocken in einer sozialen, wirtschaftlichen und politischen Katastrophe ungeheuren Ausmaßes enden wird.

  • Dann hätten die Politiker eben ihre Arbeit besser machen müssen, dann wären sie jetzt ungestört. Urlaub können sie immer noch machen: wenn sie gefeuert wurden wegen Staatsinsolvenzverschleppung.

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