Mexikos Drogenkartell
Möglicher El-Chapo-Nachfolger soll auspacken

López Núñez war jahrelang die rechte Hand von Drogenbaron Guzmán. Nach seiner Festnahme hoffen die Ermittler auf intime Details aus dem Inneren des Verbrecherkartells. Vom Vermögen von „El Chapo“ fehlt stets jede Spur.
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Mexiko-StadtNach der Festnahme von Drogenboss Dámaso López Núñez hoffen die mexikanischen Sicherheitsbehörden auf Aussagen zum Logistik- und Finanzwesen des Sinaloa-Drogenkartells. „Die Informationen sind sehr wichtig, um der Struktur dieses wichtigen Kartells zu schaden“, sagte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong am Donnerstag im Radiosender Fórmula.

López Núñez galt als Vertrauter und möglicher Nachfolger von Sinaloa-Chef Joaquín „El Chapo“ Guzmán, der ebenfalls festgenommen worden war und inzwischen an die USA ausgeliefert ist. López Núñez wurde am Dienstag in Mexiko-Stadt gefasst. Derzeit befindet er sich in einem Hochsicherheitsgefängnis in Ciudad Juárez, wo auch „El Chapo“ vor seiner Auslieferung einsaß. Gegen López Núñez liegt ein Auslieferungsgesuch des US-Bundesstaats Virginia vor.

Der 51-Jährige soll zuletzt mit den Söhnen von „El Chapo“ um die Kontrolle des Sinaloa-Kartells gekämpft haben. Vor einer möglichen Auslieferung in die USA soll er nun intensiv vernommen werden. „Seine jüngsten Schachzüge als Kartellchef sind für uns sehr wichtig, um die logistischen und finanziellen Bewegungen des Kartells zu verstehen“, sagte Innenminister Osorio Chong.

An diesem Freitag soll „El Chapo“ zum dritten Mal vor Gericht in New York erscheinen. Zuletzt hatten sich seine Anwälte über die Isolierung ihres Mandanten in einem Hochsicherheitsgefängnis in Manhattan beschwert. Der Drogenbaron kann seine Zelle nur eine Stunde pro Tag verlassen. Selbst seine Lebensgefährtin darf ihn nicht besuchen.

Unterdessen sind die Sicherheitsbehörden in Mexiko und den USA noch immer auf der Suche nach dem Vermögen von „El Chapo“. Mit seinen kriminellen Geschäften soll er über 14 Milliarden US-Dollar verdient haben. Im Kampf gegen die Drogenkartelle raten Sicherheitsexperten schon seit langem, die Finanz- und Logistikstrukturen ins Visier zu nehmen, statt nur die prominenten Köpfe zu jagen.

Das gestaltet sich allerdings schwierig. „Bis jetzt haben wir nur sehr wenig Geld von „El Chapo“ sichergestellt“, sagte zuletzt der mexikanische Generalstaatsanwalt Raúl Cervantes. Der Drogenboss habe seine Gewinne nicht in das legale Finanzsystem investiert. „Die USA haben bis heute noch nicht einen Dollar von „El Chapo“ gefunden.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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