Militär-Panne
US-Drohne stürzt auf den Seychellen ab

Es ist bereits der zweite Patzer innerhalb kurzer Zeit. Erst ging einer der amerikanischen Spähvögel im Iran zu Boden, jetzt stürzte eine Drohne auf den Seychellen ab - und zwar direkt auf den Flughafen der Hauptinsel.
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WashingtonDie USA haben nach einem Bericht des Senders CNN innerhalb von nur wenigen Tagen eine zweite Drohne verloren. Demnach stürzte ein unbemanntes Aufklärungsflugzeug vom Typ MQ-9 Reaper über den Seychellen im Indischen Ozean ab - direkt auf den Flughafen der Insel Mahé.

CNN berief sich dabei auf einen US-Luftwaffensprecher. Dem Sender zufolge blieb die Absturzursache zunächst unklar, Menschen seien nicht zu Schaden gekommen. Das US-Militär und Angehörige der Luftfahrtbehörde der Seychellen hätten zusammen die Trümmer der Maschine beseitigt.

Anfang Dezember war eine US-Drohne in die Hände des Irans gefallen, die die Maschine sogleich stolz im Staatsfernsehen präsentierten. Teheran behauptet, den Flugroboter zur Landung gezwungen zu haben, als dieser über der iranischen Stadt Kaschmar unterwegs war. Die Nato spricht dagegen von einem unbemannten Aufklärungsflugzeug, das bei einem Einsatz über dem Westen Afghanistans verloren gegangen sei.

Zwischen dem Absturz auf den Seychellen und dem Vorfall im Iran bestehe kein Zusammenhang, zitierte CNN namentlich nicht genannte Regierungsbeamte. Es scheine sich auch um zwei verschiedene Drohnen-Typen zu handeln.

Während das dem Iran in die Hände gefallene Roboterflugzeug allem Anschein nach ein hoch entwickeltes Tarnkappen-Modell sei, falle die am Dienstag abgestürzte Drohne in eine eher konventionelle Kategorie. Wie es weiter hieß, könnte der Flugroboter vom Typ MQ-9 Reaper unter dem Schirm des US-Afrikakommandos etwa zu Überwachungsflügen im Kampf gegen Piraten eingesetzt gewesen sein.

Wenigstens weg ist die Drohne in diesem Fall nicht. Das andere Exemplar aus dem Iran müssen die Amerikaner wohl abschreiben. Eine Rückgabe, wie sie US-Präsident Obama gefordert hatte, komme nicht in Frage, stellte der iranische Verteidigungsminister General Ahmad Wahidi nochmals klar. Laut der halb amtlichen Nachrichtenagentur Mehr forderte der Verteidigungsminister außerdem, dass sich die USA dafür entschuldigen sollten, in den iranischen Luftraum eingedrungen zu sein.

Zur gleichen Zeit gab der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im US-Repräsentantenhaus, Mike Rogers, bekannt, dass die erste verlorene US-Aufklärungsdrohne wegen technischer Schwierigkeiten in die Hände des Iran gelangt sei. „Es gab ein technisches Problem“, sagte der Republikaner am Dienstag.

Er widersprach einer iranischen Darstellung, wonach die Drohne vom Typ RQ-170 abgeschossen worden sein soll. Die in Afghanistan stationierte Drohne war nach Angaben aus US-Regierungskreisen auf einem Aufklärungsflug für den US-Geheimdienst CIA unterwegs, als sie Anfang Dezember verloren ging.
US-Präsident Barack Obama hatte am Montag erstmals offiziell bestätigt, dass sich eines der unbemannten Flugzeuge in den Händen der Iraner befindet. Einzelheiten nannte er nicht. Aus dem Iran gab es derweil mehrere Versionen, wie Teheran in den Besitz der Drohne gekommen ist. Neben dem Abschuss ist auch von einem Cyberangriff die Rede.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Annika Reinert
Charlotte Potts
Handelsblatt Online / Freie Journalistin

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