Militärmanöver
Südkorea will Stärke gegen Norden zeigen

Pjöngjang reagiert auf die Entsendung eines US-Flugzeugträgers, indem es seine Verteidigungsstellungen ausbaut. Doch endlich meldet sich auch China mit einer diplomatischen Initiative - schließlich hat sonst keiner Einfluss auf Nordkorea.
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HB PEKING. Südkorea hat Nordkorea vor weiteren Provokationen gewarnt. "Uns ist klar, dass die Kräfte in Pjöngjang ihre Ambitionen auf weitere atomare Aufrüstung nicht aufgeben werden", sagte Südkoreas Präsident Lee Myung-Bak am Montagmittag (Ortszeit) in Seoul. "Wir müssen jetzt stark bleiben." Nur eine eindeutige Haltung könne Pjöngjang in seine Schranken weisen.

Das kommunistische Regime in Nordkorea bekräftigt unterdessen seine Drohungen gegen den Süden, indem es offenbar die Feuerkraft an der Landesgrenze verstärkt. Südkoreas Militär stelle sich auf weitere Provokationen des Nachbarlandes ein, zitierte die Nachrichtenagentur Yonhap einen Regierungsbeamten in Seoul. Nordkorea habe an der Westküste neben Boden-Schiffraketen mit Reichweiten von über 90 Kilometern auch Boden-Luftraketen vom Typ SA-2 mit einer Reichweite von bis zu 30 Kilometern an der Westküste startbereit gemacht. Nordkorea habe seine Feuerkraft an der Küste deutlich verstärkt.

Eine Flotte von US-Kriegsschiffen hat am Sonntag zusammen mit der südkoreanischen Marine ein Manöver in koreanischen Gewässern begonnen. "Ein Ziel dieses Manövers ist es, die Entschlossenheit, unserer Allianz zu demonstrieren", sagte ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums. Die USA erweiterten ihre zudem Überwachung des nordkoreanischen Luftraums, indem sie zusätzliche Radaranlagen in Stellung brachte. Das "E-8C Joint Surveillance Target Attack Radar System" (Stars) kann Raketenabschüsse wahrnehmen und die Flugbahn des Geschosses berechnen.

Nordkorea verschärfte am Montagmorgen erneut den Ton gegenüber den USA. Das "Nationale Friedenskomitee" in Pjongjang teilte mit, das Manöver bringe Krieg in die Region. Die Aktivitäten der US-Marine seien ein Schlag ins Gesicht für die friedliebende Demokratische Volksrepublik Nordkorea. "Die koreanische Volksarmee wird zweimal und sogar viermal zurückschlagen, wenn die verantwortungslosen Provokationen der USA und ihres Marionettenregimes (in Südkorea) weitergehen", verkündete das Staatsfernsehen.

An dem viertägigen Manöver nimmt der Flugzeugträger "George Washington" und Kampfflugzeuge teil. Das Manöver war lange geplant und ist nach Aussagen von Militärsprechern keine direkte Reaktion auf einen Angriff Nordkoreas auf eine südkoreanische Insel am vergangenen Dienstag.

Die Grenzziehung in der Region ist umstritten – beide Seiten erheben Anspruch auf den fischreichen Meeresstreifen, in dem unter anderem die Insel Yeonpyeong liegt. Südkoreanische Soldaten hatten zuvor scharfe Granaten abgefeuert, versichern jedoch Richtung Süden übers Meer geschossen zu haben. Das Gebiet um die Insel ist ständig Schauplatz von Militärübungen beider Seiten, um ihre Präsenz aufrecht zu erhalten. Aus dem gleichen Grund lebten dort auch Zivilisten.

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