Milliardär in Geldnot
Trump könnte Wahlkampf mit Steuergeldern finanzieren

Der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner, Donald Trump, braucht Wahlkampf-Geld. Er sammelt Spenden, setzt eigenes Geld ein, und wenn alle Stricke reißen, kann er den Steuerzahler zur Kasse bitten.

San FranciscoDie erlösende Meldung kam per Twitter: „Seit Dienstagmorgen haben das Trump-Wahlkampfteam und das JFC (Joint Fundraising Committee) online über fünf Millionen Dollar eingesammelt“, teilte Sean Spicer, Chefstratege und Kommunikationsdirektor des nationalen republikanischen Komitees am Donnerstag mit.

Eine Nachricht, die nicht früh genug kommen konnte. Seit Tagen machten Spekulationen über massive finanzielle Engpässe in der Wahlkampffinanzierung die Runde. Potenzielle US-Präsidentschaftskandidaten müssen monatlich Rechenschaft über ihre finanzielle Situation, ihre Einnahmen und Ausgaben ablegen. So soll illegale Wahlkampffinanzierung verhindert werden. Der jüngste Bericht für den Monat Mai zeigte ein desolates Bild für das Team des Milliardärs Donald Trump. 1,3 Millionen Dollar waren Anfang Juni noch in der Kasse.

Das hört sich erst einmal nach viel an, ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Es müssen Gehälter bezahlt, Hallen gemietet, Reisekosten finanziert, Plakate und Flugblätter produziert oder TV-Anzeigen geschaltet werden. Trumps Problem: Er ist praktisch eine One-Man-Show ohne ausgebauten Wahlkampfapparat.

Spenden erreichen den Milliardär bislang nur spärlich. Außerdem hatte Trump bislang immer betont, er sei finanziell unabhängig. Große Spendengalas, wie sie die Clintons abhalten, oder wie sie Obama organisierte, sind für Trump eher die Ausnahme, und es ist auch keine Besserung in Sicht. Erst jüngst musste Intel-Vorstandschef Brian Krzanich Knall auf Fall ein geplantes Spendendinner für den republikanischen Kandidaten in Kalifornien absagen, als die Öffentlichkeit Wind davon bekommen hatte.

Die fünf Millionen Dollar, die Trump zuletzt an frischen Spendengeldern eingenommen hat, können nur ein Anfang sein. Hillary Clinton zum Beispiel kann auf ein beruhigendes Geldpolster von 42,5 Millionen Dollar zurückgreifen. Geld alleine ist zwar kein Erfolgsgarant, wie Jeb Bush schmerzlich erfahren musste. Der Lieblingskandidat der gemäßigten Mitte der republikanischen Partei verbrannte 130 Millionen Dollar, bevor er von Trump aus dem Rennen geboxt wurde. Aber ohne Geld geht es eben auch nicht.

Bliebe also der Einsatz von eigenem Geld. Angeblich, so Trump zu Beginn der Woche, stünden ihm „unbeschränkte Mittel“ zur Verfügung. Nun verkündete sein Wahlkampfteam, dass weitere zwei Millionen Dollar Spenden in einer E-Mail-Aktion zusammengekommen seien. Trump hatte versprochen, alle Spenden bis zur Höhe von insgesamt zwei Millionen Dollar mit eigenem Geld zu verdoppeln.

Der aktuelle finanzielle Flächenbrand wäre mit diesen schnellen Spendenaktionen zunächst einmal ausgetreten. Doch um im Hauptwahlkampf bestehen zu können, muss Trump regelmäßige Geldflüsse sicherstellen. Ein Schritt dazu könnte die Entlassung des umstrittenen Kampagnenmanagers Corey Lewandowski Anfang der Woche gewesen sein. Der lag praktisch im Dauerclinch mit dem republikanischen Wahlapparat der Partei. Die könnte im Gegenzug nun bereit sein, ihre Bodentruppen in Marsch zu setzen, um von Tür zu Tür zu gehen und Spenden für den Kandidaten zu sammeln.

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