Milliarden-Defizit Nasa
Geldmangel stellt Bushs ehrgeizige Weltraum-Pläne in Frage

Ein Milliarden-Defizit bei der Nasa gefährdet die Weltraum-Pläne von US-Präsident George W. Bush. Die Regierung sei nicht bereit, das Shuttle-Programm der Nasa für die Jahre 2006 bis 2010 mit sechs Milliarden Dollar zu subventionieren, hieß es jetzt aus dem Weißen Haus. Nach Angaben der „Washington Post“ wird daher diskutiert, die Zahl der Raumfähren-Flüge bis 2010 auf etwa zwei pro Jahr zu halbieren.

HB WASHINGTON. Die Administration und der Kongress basteln derzeit an einem Haushaltsentwurf für 2006, der außerhalb des Sicherheitsbereichs in allen Ressorts Kürzungen vorsieht. Die nächste Shuttle-Mission, an der auch der deutsche Astronaut Thomas Reiter teilnehmen soll, ist für Mai 2006 geplant.

Das Raumfähren-Projekt leidet seit seinem Beginn 1981 an Geldmangel. Nach dem „Columbia“-Desaster im Februar 2003 war die Shuttle-Flotte bis zum Start der „Discovery“ im vergangenen Sommer zweieinhalb Jahre am Boden geblieben. Die Nasa, die in jener Zeit massive Kritik wegen laxer Sicherheitsstandards einstecken musste, bemüht sich seitdem um Verbesserungen der Technik. Der Etat für die Raumfähren macht mehr als 30 Prozent des Nasa-Budgets aus.

Die Haushalts-Engpässe könnten Bushs ehrgeiziges Vorhaben bei der Erforschung des Alls zumindest ver-zögern. Der Präsident hatte im Januar 2004 angekündigt, die Shuttle-Flotte bis zum Betriebsende der Internationalen Raumstation (ISS) 2010 einzumotten. Danach solle die Nasa bis 2014 ein neues Raumschiff („crew exploration vehicle“) entwickeln. Sollte das US-Konsortium unter Leitung von Lockheed Martin den Zuschlag bekommen, wäre auch die in Bremen ansässige Raumfahrtagentur des europäischen Luftfahrtkonzerns EADS als Partner dabei.

Experten warnen, dass die Pläne ohne zusätzliche Finanzmittel der US-Regierung kaum umzusetzen seien. Für 2020 hatte Bush eine Rückkehr zum Mond anvisiert. Danach sollte erstmals eine bemannte Mars-Expedition ins Auge gefasst werden.

Michael Backfisch
Michael Backfisch
Handelsblatt / Korrespondent
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