Mindestens zwölf Tote
Pakistan geht gegen El Kaida vor

Pakistanische Soldaten haben bei einer groß angelegten Militäroperation im Grenzgebiet zu Afghanistan zwölf mutmaßliche Kämpfer des Terrornetzwerks El Kaida erschossen. Zehn mutmaßliche Rebellen seien festgenommen worden, berichtete der private Fernsehsender Geo am Donnerstag unter Berufung auf das Militär.

HB ISLAMABAD/KABUL. Gegenüber dem Einsatzgebiet liegt die Region Barmal in der südostafghanischen Provinz Paktika, wo Angriffe der Taliban und El Kaida in den vergangenen Wochen massiv zugenommen haben. Afghanische Sicherheitskräfte gehen davon aus, dass die Rebellen von Pakistan aus operieren und zu den Angriffen über die Grenze kommen.

Geo meldete, rund 20 Kampfhubschrauber unterstützten die Bodentruppen. Der kommandierende Offizier habe lediglich gesagt, bei den Opfern und Festgenommenen handele es sich um „Ausländer“. Weitere Angaben zu ihnen habe er nicht gemacht, berichtete der Sender. Über die Dauer der Operation und die Zahl der Soldaten machte die Armee keine Angaben. Der Einsatz begann am frühen Donnerstagmorgen.

Nach dem Sturz des Taliban-Regimes in Afghanistan Ende 2001 waren viele Anhänger der Taliban und El Kaida in die grenznahen pakistanischen Stammesgebiete geflohen, in denen die Zentralregierung kaum Macht besitzt. Die pakistanische Armee hat ihre Truppenpräsenz in diesen Gegenden inzwischen verstärkt.

Die jüngste Operation dürfte nach Ansicht von Beobachtern mit dem bevorstehenden Besuch von US-Vizeaußenminister Richard Armitage in Pakistan und Afghanistan zusammenhängen. Armitage will bei seinem Aufenthalt über die Zunahme der Taliban-Angriffe und die Bemühungen im Kampf gegen deren grenzüberschreitende Aktivitäten sprechen.

Kritiker unter anderem in Afghanistan werfen Pakistan vor, nicht energisch genug gegen die Überreste der radikalislamischen Taliban vorzugehen. Armitage sollte ursprünglich am Donnerstag in Islamabad eintreffen, der Besuch wurde nach Angaben des pakistanischen Außenministeriums aber aus Termingründen verschoben.

Die Vereinten Nationen (UN) in Kabul verurteilten unterdessen Angriffe mutmaßlicher Taliban auf drei Schulen in der nordafghanischen Provinz Balkh. Die Schulen, darunter auch eine für Mädchen, waren Ende vergangener Woche niedergebrannt worden. „Wir hoffen, die Täter werden gefasst und vor Gericht gestellt“, sagte ein UN-Sprecher am Donnerstag in der afghanischen Hauptstadt. Unter dem Taliban-Regime war Mädchen der Schulbesuch verboten.

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