Ministertreffen war zuvor ergebnislos vertagt worden
EU schafft im Streit um Stammzellenforschung Fakten

Trotz des ungelösten Ethik-Streits über die Förderung der Erforschung von menschlischen embryonalen Stammzellen will die EU-Kommission entsprechende Projekt ab dem kommenden Jahr fördern.

HB BRÜSSEL. EU-Forschungskommissar Philippe Busquin kündigte am Mittwoch nach der Vertagung eines Treffens der EU-Forschungsminister in Brüssel an, die Förderung werde nach dem Ablauf eines Moratoriums am Ende des Jahres aufgenommen. Zuvor hatte Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn noch erklärt, Deutschland gehe davon aus, dass für die Dauer der Verhandlungen keine EU-Gelder fließen würden.

„Das Moratorium sollte die Kommission dazu bewegen, Vorschläge zu machen“, sagte Busquin. „Was soll die Kommission machen, wenn diese Vorschläge keine Zustimmung finden?“ Zuvor war nach Angaben aus Delegationen nach dem zweiten erfolglosen Treffen der Minister in einer Woche eine Entscheidung auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Dabei habe sich keine Mehrheit für eine auch von Deutschland geforderte Stichtagslösung bei der Nutzung von Stammzellen abgezeichnet.

Bulmahn sagte nach dem Treffen, es sei trotzdem ein Fortschritt erreicht worden: „Es zeichnet sich eine Verständigung darüber ab, die Erzeugung von Stammzellen aus menschlichen Embryonen und damit die Tötung von Embryonen nicht aus EU-Geldern zu finanzieren.“ Die Ministerin forderte eine Lösung, die die ethischen Grundüberzeugungen aller EU-Staaten respektiere. Eine Stellungnahme des Forschungsministeriums zu den Busquin-Äußerungen konnte am Mittwochabend nicht eingeholt werden.

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