Mission im Schuldenland
Troika verschiebt ihren Besuch bei den Griechen

Die Troika der Gläubiger hat ihren Besuch in Athen abgesagt. Grund für den Aufschub ist die OP des neuen Regierungschefs Samaras. Der wollte bei der Visite eigentlich für eine Lockerung der Sparauflagen werben.
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Athen/BrüsselDie Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) hat einen ab Montag geplanten Besuch im hochverschuldeten Griechenland verschoben. Ein neuer Termin für den Beginn des Kontrollbesuchs der Gläubiger Athens stehe noch nicht fest und solle in einigen Tagen vereinbart werden, hieß es am Sonntag aus griechischen Regierungskreisen.

Die Troika überwacht den Fortgang des Reform- und Sparkurses Griechenlands, das derzeit auf eine neue Hilfstranche von 130 Milliarden Euro von den internationalen Geldgebern hofft. Nach der Parlamentswahl vom 17. Juni hatte der konservative Samaras eine proeuropäische Regierung gebildet und eine rasche Neuverhandlung der Vereinbarungen über das Hilfsprogramm angekündigt.

Grund für die vorläufige Absage der Mission seien die Krankenhausaufenthalte von Ministerpräsident Antonis Samaras und des designierten Finanzministers Vassilis Rapanos, wie ein Vertreter der Europäischen Union sagte. Der Besuch solle in einigen Tagen nachgeholt werden. Vassilis Rapanos muss sich derzeit nach einem Schwächeanfall im Krankenhaus behandeln lassen. Griechenlands neuer Regierungschef Samaras muss nach einer Augenoperation das Bett hüten und darf auch nicht am bevorstehenden EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag in Brüssel teilnehmen.

Damit fallen ausgerechnet vor den wichtigen Verhandlungen der kommenden Woche zwei Schlüsselfiguren der neuen Regierung aus, die durchsetzen will, dass die Sparauflagen für das Land um zwei Jahre gestreckt werden. „Keine weiteren Kürzungen der Löhne und Renten; keine neuen Steuern“, führt der Koalitionsvertrag als allgemeines Ziel an. Brüssel und Berlin warnten vor allzu vielen Zugeständnissen. „Man muss berücksichtigen, dass mehr Flexibilität bei der zeitlichen Umsetzung auch mehr finanzielle Anstrengungen der Mitgliedsländer bedeutet“, sagte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy der „Welt am Sonntag“.

Die Kontrolleure der Geldgeber von EU, europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) wollten am Montag ursprünglich einen Kassensturz machen und Beratungen mit der neuen Regierung aufnehmen. Ein Ergebnis der Überprüfung wurde für Anfang Juli erwartet, auch das könnte sich nun nach hinten verschieben. Am Donnerstag und Freitag steht die Schuldenkrise in Europa auf dem Programm des EU-Gipfels in Brüssel. Dabei vertritt Außenminister Dimitrios Avramopoulos das pleitebedrohte Land.

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  • Auf den europäischen Banken und Staaten lastet laut ifo-Präsident Hans-Werner Sinn die "gigantische Schuldensumme von etwa €12 Bio" und damit viel mehr, als Deutschland garantieren könnte.

    "Die deutschen Banken sind außerstande, die Risiken der Kreditinstitute in den Krisenländern zu übernehmen. Sie verfügen nur über ein Eigenkapital von 354 Milliarden Euro – ein Klacks im Verhältnis zu den 9,2 Billionen Euro Bankenschulden der Krisenländer", sagte Sinn der WirtschaftsWoche.

    ifo-Präsident Hans-Werner Sinn befürchtet weiteren Druck der anderen Euro-Länder, damit Deutschland die unbezahlbaren Schulden der Südländer übernimmt.

    "Die Investoren werden mit Rückdeckung ihrer Regierungen immer unerbittlicher Nachschub bei der Haftung verlangen und erst Ruhe geben, wenn in Deutschland nichts mehr zu holen ist", sagte Sinn der "WirtschaftsWoche".


  • Ich lach mich echt kaputt....
    "Eine große Mehrheit der 254 Millionen Bürger in den vier wichtigsten Euro-Ländern Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien ist davon überzeugt, dass Griechenland das in der Euro-Krise geliehene Geld nie zurückzahlen wird"

    Der war gut ;-)

    Was glaubt diese "große Mehrheit eigentlich, ob Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien jemals ihren Schulden werden zurückzahlen können?
    Wenn sich diese "große Mehrheit" nur ein einziges Mal vernünftig informieren würde und nicht nur das nachlapperen würde, was ARD, ZDF, BILD und - mit Verlaub - z.T. auch das HB so von sich geben, dann wüsste die "große Mehrheit", dass NIEMAND diese Schulden zurückzahlen wird können, weil das Wirtschaftssystem nur auf einem Schuldgeldsystem aufgebaut ist und allen Guthaben die gleiche Menge an Schulden gegenübersteht. Begreift das endlich !!

  • Waehrend Politiker fuer die Fotografen posieren, wird die Arbeit im Hintergrund erledigt. Auch geht es um Fakten und nicht, wer diese Fakten praesentiert.
    Freilich wird der neuen Regierung wieder Zeit gegeben, sich einzuarbeiten. Und die naechst Zahlung kommt bestimmt, was auch immer umgesetzt wird - oder eben nicht (wie gewohnt).

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