Mögliche Zugeständnisse
Deutschland erwägt neue Kredite für Griechenland

Die Bundesregierung erwägt umfassende Zugeständnisse bereit, um Griechenland vor der Staatspleite zu retten. Neue Kredite könnten dann auch ohne Beteiligung privater Gläubiger vergeben werden. Doch noch gibt es in Berlin Widerstand.
  • 24

Berlin/AthenKompromisssignale aus Deutschland erhöhen einem Zeitungsbericht zufolge die Chancen für ein neues Rettungspaket für Griechenland. Wie das „Wall Street Journal“ am Dienstag in seiner Online-Ausgabe unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise berichtete, erwägt die Bundesregierung ein Entgegenkommen in einem zentralen Punkt. Demnach würde Deutschland sich bereiterklären, dem akut von der Staatspleite bedrohten Griechenland mehr Geld zu leihen, auch ohne kurzfristig private Gläubiger an den Lasten zu beteiligen.

Regierungsvertreter in Berlin hofften, dass nach einer raschen Vereinbarung fürs erste dann im Laufe des Jahres eine umfassendere gefunden werde, die auch eine Umstrukturierung griechischer Staatsanleihen umfasse, hieß es in dem Bericht. 

Am Devisenmarkt gab der Zeitungsbericht dem Euro Auftrieb. Die Gemeinschaftswährung kletterte auf 1,4407 Dollar, den höchsten Stand seit drei Wochen. 

Das Bundesfinanzministerium wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. „Wir können das nicht kommentieren“, sagte ein Sprecher. Die Regierung warte zunächst auf das Ergebnis eines Prüfberichts der sogenannten Troika von Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und Europäischer Kommission zur aktuellen Entwicklung in Griechenland. Erst danach stünden Entscheidungen an. Der Bericht soll bis Ende der Woche vorliegen.

Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte noch am Montag gesagt, in den Gesprächen mit der griechischen Regierung gehe es unter anderem um eine freiwillige Beteiligung auch privater Gläubiger. Schäuble gilt unter Beobachtern in Berlin noch am ehesten als kompromissbereit, doch in den Fraktionen von CDU und FDP gibt es zahlreiche widerspenstige Abgeordnete.

Griechenland muss im Juli eine Finanzierungslücke von 13,4 Milliarden Euro schließen. Ende Juni soll das Land die nächste Tranche von Hilfskrediten von IWF und EU über zwölf Milliarden Euro bekommen. Doch der IWF hat angekündigt, seinen Anteil nur dann auszuzahlen, wenn die Finanzierung Griechenlands für ein Jahr gesichert ist. Weil das Land nicht wie ursprünglich geplant bereits 2012 an den Kapitalmarkt zurückkehren kann, braucht es weitere Hilfen aus der Währungsunion.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Mögliche Zugeständnisse: Deutschland erwägt neue Kredite für Griechenland"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wer sich mit Jounalismus beschäftig hat weiß, dass ein freier Jounalismus in Deustchland wohl kaum möglich ist. Und wenn, dann bleibt er eher ungehört oder ungelesen.

    Die Wirtschaft und das Bankenkartell bezahlen ja die sogenannten "Wirtschaftszeitungen" mit Anzeigen, Inseraten und Werbeseiten zum großen Tei. Und diese werden dann natürlich nur das Drucken, was den Auftraggebern gefällt, um diese nicht zu verlieren. Ein ganz normaler Vorgang in der freien Wirtschaft. Bei Gutachten ist es doch das Selbe.

    Für ein Thema bzw. eine Sache gibt es da ganz konträre Gutachten. Es kommt halt immer darauf an, wer den Gutachter beauftragt und von wem er bezahlt wird. Das Gutachten wird dann schon eher im Sinne des Auftraggebers ausfallen.

    So ist es auch mit der Presse, den Wirtschaftsjournalisten
    etc. Denn deswegen sollte man nicht alles glauben, was in der Öffentlichkeit geschrieben wird, sondern sich auf das Schlimmste gefasst machen.

    Es wird doch auch seitens der Politik nur gelogen. Keine Hilfen für Irland, keine für Greichenland, keine für Portugal etc.. Die Wahrheit kommt scheibchenweise an Tageslicht.

  • Curley :

    Die ganzen Hilfen sind doch ein abgekartetes Spiel der weltweiten bzw. europaweiten Politiker und der Finanzwelt. Sie haben Ländern wie Griechenland Geld geliehen und fordern jetzt, dass diese Länder Staatsbesitz verkaufen sollen (Grundstücke, Immobilien - und das zu niedrigen Preisen).
    Mit der Finanzhilfe, die die Deutschen leisten sollen, nimmt man die Deutschen bewußt mit ins Boot. Da wir selbst ca. 2 Billionen Euro Schulden haben und die Rettungsschirme nun nochmals ungeheuere Summe kosten, wird folgendes passieren. Ein Land nach dem andern wird Pleite gehen und am Schluss auch Deutschland, dass nun seine geleistete Schuldenhilfe selbst nich mehr zurückzahlen kann.

    Nun hat man einen bequemen Weg gefunden eine Währungsreform einzuführen mit dem Hinweis darauf, dass Deutschland das ja nicht so gewollt habe und dass am ganten Debakel die verschuldetetn Südländer schuld seien.

    Eine Währugsreform ist dann eben wieder einmal alternativlos. Eine ganz lange eingefädelte Aktion des internationalen Bankenkartells. Diese ist dann den wertlosen Euro/Dollar los und besitzt nach er Währungsreform nun Flughäfen, Grundstücke, Immobilen etc.
    zum Nulltarif.

    Ihnen gehören dann sozuagen die Euroländer selbst. Das internationale Bankenkartell hat das sagen und bestimmt, was gemacht wird. Deswegen werden auch private Gläubiger (Banken) nicht an den Hilfen beteiligt. Die Banken wissen das, spekulieren weiter auf die Staatsbankrotte und verdienen dort fleissig Geld.

    Wer anderes glaubt ist ein Träumer !

  • vor über 20 Jahren..

    www.spiegel.de/spiegel/print/d-13494047.html

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%