Mutmaßlicher Terrorist und Ex-CIA-Agent Luis Posada Carriles in Florida festgenommen
„Bush, Faschist, fang den Terrorist!“

Eine Massendemonstration in der kubanischen Hauptstadt Havanna hat die USA offenbar dazu bewogen, den ehemaligen CIA-Agenten und mutmaßliche Terroristen Luis Posada Carriles festzunehmen. Er hatte politisches Asyl in den USA beantragt. Die Sicherheitsbehörden haben den 77-Jährigen aber nicht wegen eines ihm vorgeworfenen Bombenattentats festgenommen, sondern wegen Verstoßes gegen die Einreisegesetze. Das teilte das US-Heimatschutz-Ministeriums am Dienstag in Washington mit.

HB WASHINGTON/HAVANNA. Nach offiziellen kubanischen Angaben waren am Dienstag über eine Million Menschen der Aufforderung der kubanischen Führung gefolgt und hatten in Havanna vor der US-Vertretung demonstriert. „Bush, Faschist, fang den Terrorist!“, skandierte die Menge. Castro beschuldigt Washington, mit Posada Carriles einen gesuchten Terroristen zu schützen. In einer kurzen Ansprache sagte Castro, die USA hätten seit 1959 mit terroristischen Maßnahmen versucht, die Revolution in Kuba zu beenden.

Kuba wirft dem ehemaligen Agenten des US-Geheimdienstes CIA vor, einen Terroranschlag auf ein kubanisches Flugzeug im Jahr 1976 verübt zu haben. Bei dem Bombenattentat starben 73 Menschen. An Bord der Maschine war unter anderem die kubanische Fecht-Nationalmannschaft. Posada soll zudem an Anschlägen auf Touristenhotels in Havanna im Jahr 1997 beteiligt gewesen sein.

Der Exil-Kubaner, der auch ein Attentat auf Kubas Präsidenten Fidel Castro geplant haben soll, hatte angesichts des internationalen Streits um seine Person angekündigt, er werde seinen Antrag auf Asyl in den USA möglicherweise zurückziehen. Dies sagte er der Zeitung „Miami Herald“.

Der Kubaner, der die Vorwürfe bestreitet, warf Castro vor, seinen Fall zu instrumentalisieren, um dem Ansehen der USA zu schaden. Castro warf den USA Doppelmoral im Kampf gegen den Terrorismus vor.

Posada Carriles hatte in Panama wegen der Attentatsplanung eine mehrjährige Strafe abgesessen. Vor einem Jahr war er begnadigt worden, im März reiste er ohne Visum und damit illegal über Mexiko in die USA ein.

Zum Zeitpunkt des Attentats lebte Posada in Venezuela und hatte die Staatsbürgerschaft des Landes, das seit der Regierungsübernahme durch Präsident Hugo Chavez mit Kuba verbündet ist. Posada war vor mehr als 20 Jahren wegen des Attentats in Venezuela festgenommen worden, ihm gelang jedoch die Flucht aus dem Gefängnis. Kuba fordert nun die Auslieferung des Mannes an seinen Verbündeten Venezuela.

In der Stellungnahme des US-Heimatschutzministeriums wird betont, dass nach US-Gesetzen grundsätzlich niemand an Kuba - oder an Länder, die in Kubas Namen handelten - ausgeliefert werde.

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