Nach Anschlägen auf Christen
Auswärtiges Amt warnt Ägypten-Reisende

Das Auswärtige Amt reagiert auf die Anschläge auf Christen in Ägypten – und warnt Touristen vor einer erhöhten Terrorgefahr im Land. Warum Deutschlands große Reisekonzerne nicht unmittelbar betroffen sind.
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Berlin/FrankfurtDas Auswärtige Amt hat nach den Anschlägen auf zwei koptische Kirchen auf das Terrorrisiko auch für Ausländer in Ägypten hingewiesen. „Es besteht landesweit ein erhöhtes Risiko terroristischer Anschläge und die Gefahr von Entführungen. Diese können sich auch gegen ausländische Ziele und Staatsbürger richten“, teilte das AA am Montag in Berlin mit. Bei Reisen nach Ägypten einschließlich der Touristengebiete am Roten Meer werde generell zu Vorsicht geraten.

Die großen deutschen Reiseunternehmen sehen sich nicht unmittelbar von den Anschlägen auf Kirchen in Nordägypten betroffen. Tui Deutschland und Thomas Cook („Neckermann“) bieten keine Reisen in die Region um die Anschlagsorte Alexandria und Tanta an, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten.

„Das Gros der momentan 5.500 deutschen Tui-Gäste verbringt seine Ferien in Hurghada am Roten Meer“, sagte eine Sprecherin von Tui Deutschland. Generell orientiere sich das Unternehmen an den Sicherheitshinweisen des Außenministeriums, die sich nun nicht grundlegend geändert hätten.

An Palmsonntag hatten mutmaßliche Islamisten zwei koptische Kirchen mit Bomben angegriffen und mindestens 44 Menschen getötet. Mehr als 120 Menschen wurden verletzt, wie die Regierung mitteilte. In einer der Kirchen befand sich Patriarch Tawadros II., blieb aber unverletzt. Die Terrormiliz Islamischer Staat reklamierte die Tat für sich.

Die Angriffe sind ein herber Rückschlag für die ägyptische Tourismusbranche. Die war nach jahrelangen politischen Unruhen gerade erst wieder auf dem Weg der Erholung. So legten die deutschen Buchungen in den ersten Monaten des Jahres nach Angaben des Deutschen Reiseverbands um 90 Prozent zu. Voriges Jahres waren sie nach Negativschlagzeilen allerdings auch um 40 Prozent eingebrochen und es machten nur noch 650.000 Bundesbürger Urlaub in dem Land.

Der ägyptische Tourismusminister Yehia Rashed hatte in einem Reuters-Interview vor einem Monat gesagt, dass die Hotels dieses Jahr sogar annähernd so voll werden sollen wie vor Beginn des Arabischen Frühlings 2011. Seinerzeit besuchten 14,7 Millionen Reisende aus aller Welt die Pyramiden und die Strände des Roten Meeres, verglichen mit gut neun Millionen 2015. Ein Hauptaugenmerk sollte auf bessere Sicherheitsmaßnahmen gelegt werden, vor allem an Flughäfen. Voriges Jahr war eine russische Chartermaschine mit 224 Menschen an Bord abgestürzt. Ermittler vermuten eine Bombe als Ursache, die an einem ägyptischen Airport in das Flugzeug geschmuggelt worden sein soll.

„Ägypter haben Komplotte und Bemühungen von Ländern und faschistischen, terroristischen Organisationen vereitelt, die versucht haben, Ägypten zu kontrollieren“, sagte der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi. Er strebte an, einen Ausnahmezustand für drei Monate zu verhängen. Dies muss laut Verfassung erst das Parlament beschließen.

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