Nach Anschlagserie
Irakischer Ölhafen Basra wird dichtgemacht

Aus Protest gegen die verheerende Anschlagsserie in Bagdad mit 160 Toten haben die irakischen Behörden die Schließung des Hafens von Basra angekündigt. Über den Hafen wird ein Großteil des im Land geförderten Rohöls exportiert.

HB BASRA. Von der Sperrung sei auch der Flughafen der Stadt betroffen, erklärte ein Behördenvertreter am Donnerstag. Wie lange die Sperre dauern soll, blieb zunächst unklar. Auch der Flughafen von Bagdad wurde nach den Anschlägen gesperrt. Die irakische Regierung hatte auf die Gewaltakte zudem mit einer unbefristeten Ausgangssperre reagiert und zur Ruhe aufgerufen.

Bewohner des Bagdader Schiitenviertels Sadr City trugen am Freitag ungeachtet der Ausgangssperre ihre ermordeten Angehörigen zu Grabe. Im Morgengrauen setzt sich ein Trauerzug in Richtung Süden zu der heiligen Stadt Nadschaf in Bewegung. Die Menschen brachten ihre Trauer und ihre Wut mit Gesängen zum Ausdruck.

Bei der schwersten Anschlagserie in Bagdad seit der US-Invasion gab es zudem 257 Verletzte. Zur gleichen Zeit griffen Bewaffnete das von Schiiten geführte Gesundheitsministerium mit Granaten, Raketen und Maschinengewehren an.

Die irakische Regierung rief zu Ruhe auf. Führende schiitische, sunnitische und kurdische Politiker appellierten ebenfalls gemeinsam an die Bevölkerung, Ruhe in das Land einkehren zu lassen. Einen derartigen Schulterschluss gab es seit Februar nicht mehr, als die Bombardierung eines schiitischen Schreins eine Welle von religiös motivierten Gewalttaten auslöste. Westliche Experten verglichen ihrerseits die Anschlagserie vom Donnerstag mit dem Angriff auf den schiitischen Schrein in Samarra.

Führende Politiker des Irak und der USA machten die Extremistenorganisation El Kaida und Anhänger des gestürzten Machthabers Saddam Hussein dafür verantwortlich, Racheakte der Schiiten provozieren zu wollen. Die Sunniten sind im Irak in der Minderheit, waren unter Saddam aber die dominierende Bevölkerungsgruppe.

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