Nach dem Tod des Präsidenten
Militär putscht in Guinea

Nur wenige Stunden nach dem Tod des Präsidenten Lansana Conté hat das Militär im westafrikanischen Guinea die Macht im Lande übernommen.

HB CONAKRY. Wie der britische Rundfunksender BBC aus der Hauptstadt Conakry berichtete, kündigte Hauptmann Moussa Dadis Camara im staatlichen Rundfunk an, das Militär habe die Regierung aufgelöst und die Verfassung außer Kraft gesetzt. Nach Angaben eines BBC-Reporters waren auf den Straßen von Conakry keine Truppen zu sehen. Die Straßen seien nahezu menschenleer, sagte er.

Ein „beratendes Gremium“, das aus hohen Militärs und zivilen Führungspersönlichkeiten zusammengesetzt sein soll, solle an die Stelle der Regierung treten. Die staatlichen Stellen seien „unfähig, die Krise zu lösen, mit der das Land konfrontiert ist“, sagte Camara. Die Wirtschaft des trotz seiner Rohstoffvorkommen bitterarmen Landes müsse saniert und die Korruption bekämpft werden.

Parlamentspräsident Aboubacar Somparé hatte am frühen Dienstagmorgen den Tod des Staatsoberhauptes im staatlichen Fernsehen bekanntgegeben. Conté soll 74 Jahre alt geworden sein; sein genaues Geburtsdatum ist nicht bekannt. Bereits in der vergangenen Woche war über den sich verschlechternden Gesundheitszustand des Präsidenten spekuliert worden. Conté litt an Diabetes.

Ministerpräsident Ahmed Souare, der erst seit wenigen Monaten im Amt ist und vor allem von der Opposition als ungeeignet kritisiert worden war, hatte kurz vor der Ankündigung des Militärs noch um Ruhe im Lande gebeten und eine 40-tägige Trauerzeit ausgerufen.

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